Ich schwärme gerne! Und ich schwärme ehrlich! Und ich schwärme überschwänglich! Und ich schwärme für Dinge! Und ich schwärme sehr gerne für Menschen! Und ich schwärme kostenlos! Und ich werde während ich diesen Beitrag schreibe schwärmen. Allerdings wird es nicht nur positiv, denn auch das Schwärmen hat negative Seiten. Ich möchte betonen, dass die in diesem Beitrag geteilten Meinungen und Einstellungen nur für mich persönlich gelten und nicht die Meinungen und Einstellungen des Blogs und dessen Mitgliedern widerspiegelt.

Auslöser für diesen Beitrag waren verschiedene Dinge. Als aller erstes Mal der Beitrag vom Trailrunnersdog Sascha, den ich zu großen Teilen so übernehmen würde. Desweiteren verschiedene Dinge, die sich in den letzten Wochen ereignet haben.

Virtuelles Neuland

Nehme ich mal Bezug auf den Beitrag vom Trailrunnersdog und lasse Euch an meiner Einstellung Teil haben. Ich bin noch sehr frisch in der Blogger-Szene, das ist für mich quasi Neuland mit 46 Jahren. Späteinsteiger sozusagen. Dazu gekommen bin ich, weil ich einfach ein egozentrischer Narzist bin, der gerne über Erlebnisse berichtet und gerne die Welt an Teilen seines Lebens teilhaben lässt. Die Vennbiker boten mir als erstes die Chance dazu, unsere Touren schriftlich zu verfassen. Irgendwann benötigte ich aber eine offenere Plattform für mein Geschreibsel, da es auch persönlicher werden sollte. Ich landete hier und kam in Kontakt mit anderen Blogs und Bloggern.

Ich las bei anderen Blogs nicht nur Berichte von Touren, sondern immer wieder auch Testberichte. So weit so gut. Näher habe ich mich erst damit beschäftigt, als Daniel eine Anfrage an Coffee&Chainrings an mich heran trug, in der es darum ging einen Produkttest durchzuführen. Gegen Bezahlung! Für mich was völlig Neues! Für mich hatte diese Anfrage direkt einen negativen Beigeschmack, denn wie soll ich ein Produkt neutral bewerten, wenn ich für diesen Test Geld bekomme? Heute weiß ich, dass das Üblich ist und habe gelernt damit umzugehen. Ihr könnt aber sicher sein, solltet Ihr einen Produkttest von mir lesen, ist er ehrlich, ob mit oder ohne Gegenleistung. Bei uns wird alles transparent dargestellt und es ist für Euch immer ersichtlich, ob wir eine Gegenleistung erhalten haben. Da gehe ich auch später im Artikel nochmal ein.

Schwärmerei und Erwartungen

Und damit komme ich zu meiner Schwärmerei. In der Einleitung schrieb ich „ich schwärme ehrlich“. Das bedeutet, wenn mir ein Produkt vom ersten Anschein her gefällt, fange ich noch nicht an zu schwärmen. Das Produkt muss mich erst überzeugen. Das beste Beispiel ist mein Kaffeelieferant Coffee Circle. Es hat eine gewisse Zeit gedauert bis ich bereit zum Schwärmen war. Das hatte logischer Weise auch damit zu tun, dass ich mich in das Thema Kaffee erst rein finden musste, aber es gab Auf und Ab’s am Anfang, was den Geschmack der Kaffees betraf. Mittlerweile bin ich überzeugt von der Arbeit und den Kaffees von Coffee Circle. Und deshalb schwärme ich gerne laut und oft über die Kaffees, besonders auf Twitter!

Ein anderes Beispiel ist mein bevorzugter Fahrradersatzteil-Lieferant Bike Components. Der Bezug kam über die Vennbiker und die örtliche Nähe. Auftreten und Service haben mich schnell überzeugt. Darüber schwärme ich aber ehr für mich und nicht so offen. Es gibt verschiedene Aspekte, die diesen Händler für mich aus der Masse herausragen lassen.

Und damit komme ich zu Erwartungen, die gestellt werden könnten und zu meinem Satz in der Einleitung „ich schwärme kostenlos“. Ich habe nie etwas für mein Schwärmen für meinen Kaffeelieferanten erhalten, weder kostenlose Waren, noch Ermäßigungen. Und das ist für mich in Ordnung, weil ich dieses Produkt mag und das gerne mitteile. Ich würde allerdings lügen, wenn ich behaupte, ich hätte nicht schon darüber nachgedacht, wie es wäre wenn der Beschwärmte mir das Schwärmen irgendwie honorieren würde. Aber es steckt keine Erwartungshaltung dahinter. Ich schwärme trotzdem weiter!

Schwärmerei allein wird nicht belohnt

Und das ist der Haken an der Sache! Damit muss man umgehen können. Ich war mir voher im Klaren darüber, dass z.B. meine Schwärmerei für Coffee Circle keine Vorteile für mich bringen würde. Ich mache das ja freiwillig. Das Schwärmerei nicht belohnt wird habe ich auch mit Bike-Components erlebt. Aber das ist in Ordnung für mich und mir ist es lieber so. Ich mag das Gefühl nicht, ein Produkt loben zu müssen, weil ich ein Honorar dafür bekomme. Ein Honorar zu bekommen schließt aber im Umkehrschluß auch nicht aus zu schwärmen, wenn es etwas zum schwärmen gibt. Und ich liebe die Freiheit auch etwas negatives äußern zu können.  Wenn mir z.B. ein Kaffee von Coffee Circle nicht schmeckt, kann ich auch das ruhigen Gewissens kund tun. Außerdem bedeutet das ja nicht, dass der Kaffee auch schlecht ist.

Wenn ich recht darüber nachdenke, und diese Meinung werden viele von Euch teilen, ist es grundsätzlich sogar nötig, auch die negativen Dinge zu äußern, auch wenn man für einen Test für ein Produkt eine Gegenleistung erhält. Eine Meinung oder ein Test sollte nie als käuflich angesehen werden. Und hier schlage ich den Bogen zurück zum Bericht vom Trailrunnersdog:

Zu viel oder ausreichend?

Häufig wird über die „Blogger-Huren“, wie der Trailrunnersdog sie liebevoll nennt, gemeckert. Hochglanz-Blogs, die aufwendig inszeniert sind, mit Profi-Fotos und Design-Layouts. Auf allen Kanälen, Twitter, Facebook, Instagram. Gefällt mir nicht! Hier sollte drüber stehen: Werbe-Blog. Ein Blog muss für mich eine gute Mischung aus interessanten Berichten und Produkt-Test haben, im Idealfall dominieren die Berichte über Touren, Training und Befindlichkeit. Merkter selber worauf das hinaus läuft, ne? Im Fall der Produkttests sollte klar werden, dass der Test ehrlich ist und auch die negativen Seiten klar stellt. Beim lesen der vielen Blogs ist mir aufgefallen, dass man relativ schnell ein Gespür dafür bekommt, welche Test-Berichte ehrlich sind und welche auf Komerzdenken basieren.

Jetzt muss ich das aber nicht groß in der virtuellen Welt kund tun, was mir nicht gefällt. Ich äußere mich lieber positiv und behalte das Negative für mich, es gibt genug Negatives auf der Welt. Mir bleibt es selbst überlassen, Dinge die mich stören einfach nicht zu beachten. Das gilt übrigens nicht nur für Hochglanz-Werbe-Blogs, sondern auch für Facebook oder Twitterkommentare. Virtuelle Diskussionen machen häufig keinen Sinn, da viele Komponenten einer guten Diskussion fehlen. Hier sage ich mir regelmäßig: lesen und aber nicht kommentieren. In bestimmten Situationen führt das geschriebene Wort nämlich gerne zu Mißverständinssen. Dann lieber erstmal persönlich hinterfragen und dann eine eigene Meinung bilden. Das ist aber meine persönliche Einstellung.

Jeder ist frei im Netz zu veröffentlichen was er möchte und auch zu kommentieren was er möchte. Ich mache das ja auch und jedem ist freigestellt mein digitales Verarbeitungsgeschreibsel zu lesen, zu ignorieren oder zu kommentieren. Ich muss aber nicht alles lesen und tue es auch nicht. Aber eins lasse ich mir nicht nehmen: das Schwärmen!

Und im nächsten Befindlichkeitsprotokoll schwärme ich über Menschen! Da freue ich mich drauf und das ist mir ein großes Anliegen das digital zu verewigen!

Eure Diva