In Daniels WM-Tagebuch laden wir täglich dazu ein, Daniel bei seiner Vorbereitung auf die wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft zu begleiten.

Tapering. Könnt ihr ja damals mit heute vergleichen.

Bis zum Wochenende stehen drei Einheiten auf dem Plan, dann folgen zwei Renntage mit über 235 Rennkilometern auf dem Mountainbike – wenn das Wetter passt. Denn vor der Weltmeisterschaft werde ich bestimmt kein acht Stunden Rennen im strömenden Regen fahren. Ich habe schließlich nur eine Gesundheit und die wird jetzt nicht mehr aufs Spiel gesetzt.

Im Tapering geht es darum die Erschöpfung, also den ATL Wert zu reduzieren aber gleichzeitig nicht die hohe CTL, also die Fitness, zu senken. Bleibt die CTL konstant und sinkt die ATL steigt die Form und das ist das Ziel im Tapering.

Mit zwei Stunden Training war der Umfang heute sehr kurz im Vergleich zum Trainingslager und mit maximal G2 auch nicht zu intensiv, allerdings bin ich dafür die G2 Intervalle nicht wie gewohnt 10-20 Minuten gefahren sondern über 30 Minuten. Damit steigt die Trainingsbelastung zwar auf 90 aber die Ermüdung ist trotzdem geringer als wäre ich länger oder intensiver gefahren.

Mein Training heute


G1-G2: 2×30′ G2, Gesamtdauer: 105 Minuten, TSS: 90, Leistung: 195 Watt (205 NP).

Vor dem Training gab es Mittagessen und danach irgendwie ein kräftiger Durchhänger mit Motivationsriegeln und fast einem weiteren trainingsfreien Tag. Mein Körpergefühl sagte „lass es“, du fühlst dich müde und erschöpft. Das Trainingslager spürst du noch zu sehr, nie im Leben kannst du heute 2×30 Minuten Intervalle fahren.

Irgendwie habe ich mich durchgerungen und die ersten 15 Minuten auf dem Rad waren ebenso beunruhigend wie lustlos, physisch wäre ich gerne umgedreht und zurück auf die Couch.

Mit einem Cheatday (Ernährung) als Belohnung für erfolgreiches Training startete ich nach 15 Minuten einfach das Intervall, ignorierte die Schreie in meinem Körper und versuchte einfach zu Fahren.

Und irgendwie habe ich dann nach 4-5 Minuten meinen Rhythmus gefunden und konnte das Programm durchführen. Zwar fehlten mir irgendwie die Umdrehungen und ich fuhr die Intervalle sehr kraftbetont mit 60-70rdm aber dafür fühlte ich mich – je länger ich fuhr – immer besser.

Das zweite Intervall machte dann richtig Spaß und ich genoss das Tempo, dass hoch war aber in der RPE Bewertung höchstens eine 5 erlangte. Umso länger mir das Tempo nichts ausmachte und desto mehr wuchs mein Selbstvertrauen. Es läuft eben. Und genau das war sie wieder eine abrufbare Situation für die Weltmeisterschaft: Nicht aufgeben, nicht verzweifeln, sondern einfach konstant fahren. Ich kann das. Ich schaff das. Ich will das.

Daniels WM-Tagebuch

wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft

Heute kamen die Specialized Renegade Reifen, die ich am Wochenende testen wollte. Mit 580gr in 2,3 Zoll wären die Reifen perfekt gewesen. Gewogen kam ein Resultat von 742gr und 756gr heraus und damit insgesamt ein Mehrgewicht von über 300gr. NEVER! Die Reifen gehen zurück und ich werde dann doch auf altbewährte Reifen zurückgreifen.

Schwalbe Rocket Ron oder Maxis Ikon stehen mir für Finale Ligure zur Verfügung, außerdem noch ein angefahrener Satz Thunder Burt. Alles kommt mit und in meinen Streckentrainings am 30.05 werde ich dann eine Entscheidung treffen. Punkt aus.

Und sonst so?

Ihr habt richtig gelesen, auch 2 Wochen vor der WM gibt es ein Cheat Day. Das Trainingslager ging an die Substanz und ich bin leer, also tanke ich heute auf und erlaubt sind auch Dinge, die sonst nicht erlaubt sind. Chips, Schoki und eine extra große Portion Nüsse. Morgen und Donnerstag trete ich dafür kürzer und am Freitag werde ich dann ordentlich Carbo Loading betreiben.

Was mein Körpergewicht angeht bin ich etwas ruhiger geworden und versuche nicht krampfhaft auf Teufel komm raus bereits am Wochenende sub80kg zu haben. Mit knapp 81kg wäre das möglich gewesen aber letztendlich wird es für eine perfekte Leistung nicht auf das Kilo ankommen sondern auf eine dauerhaft gute Leistung. Und dafür brauche ich einen ausgeruhten, kraftvollen und motivierten Körper. Und dafür muss man sich auch mal was gönnen.