Beim SKS Bike Marathon 2017 konnte Daniel auch im Mountainbike Rennen seine ansteigende Form abrufen und annähernd das vorgegebene Pacing umsetzen. Am Ende war Daniel mit 4:45h auf der 100km Strecke überraschend schnell und belegte Platz 19. AK (64. Gesamt)

Mit dem SKS Bike Marathon 2017 bin ich ziemlich verwachsen und verbinde ziemlich viele tolle Momente in meiner 11jährigen Mountainbike Geschichte. Beim SKS Bike Marathon startete ich 2009 meinen ersten Mountainbike Marathon und absolvierte die 31km Kurzstrecke in 1:38h als 131. Ein Jahr später benötigte ich nur noch 1:33h und wurde 118. (20. AK Männer). Bis 2013 startete ich jedes Jahr beim SKS Bike Marathon auf der Kurzstrecke.

Allerdings war die Strecke bereits im zweiten Jahr keine Herausforderung mehr. Die langen Forststraßen hoch und runter waren eigentlich nicht das, was ich mir unter ein Mountainbike Rennen vorgestellt habe. Das konnte auch der schöne Downhill am Ende nicht weg machen.

Mit der Neu-Orientierung zur Langstrecke und mit dem Vorhaben in den Alpen Rennen zu bestreiten suchte ich mir andere Herausforderungen. Im Vorfeld der Transalp Vorbereitung nutzten Tim und ich damals die Langstrecke, um als Team ein Rennen zu bestreiten. 5:22h war damals meine Zeit mit Platz 107. Gesamt und 40. AK. Die Langstrecke hatte einen Trail mehr, war aber in meiner Erinnerung genauso langweilig wie die Kurzstrecke.

SKS Bike Marathon 2017 mit neuen Streckenabschnitten

Der SKS Bike Marathon 2017 startete wie immer vor den SKS Germany Hallen, die sich in einem Umbau befinden. Der Blockstart mit zugewiesenen Startblöcken ist Fluch und Segen zugleich.

Mir gefällt das Prozedere, da es keine nervigen seitlichen Einstiege in die Startaufstellung gibt und das man nach dem Check-In keine Sorge mehr um einen Raddiebstahl haben muss (Teilnehmer dürfen den Startblock verlassen, Fahrräder nicht) und 45min vor dem Rennstart in Ruhe und ohne Hektik das stille Örtchen aufsuchen kann.

SKS Bike Marathon 2017 (Quelle: Sportograf)

Wie üblich erfolgte der Start auf der Bundesstraße und wurde nach einigen hundert Metern freigegeben. 5km führt die Strecke wellig (400m 6%, 1,4km 3%) hinauf zur Allendorfer Höhe, ehe sich dann die Strecke von 20m breite auf 1m reduziert und Hektik aufkommt. In 2er Reihen folgt die Wiesenabfahrt mit ihrer Spitzkehre am Ende. Hinauf zum Altenberg (1km, 6%) bleiben wir auf der Wiese, anschließend folgt dann ein Schotteranstieg über fast 9km bei einer durchschnittlichen Steigung von 3% bleibt die Strecke aber wahnsinnig schnell.

Nach der Streckenteilung von Kurz- und Mittel/Langstrecke folgen drei weitere Anstiege, jeweils etwas über einen Kilometer lang und um die 5-7% steil. Danach kommt mit der Wilden Wiese ein Ski-Pisten Downhill.

SKS Bike Marathon 2017 (Quelle: Sportograf)

Von Km40 bis 47 geht es meist über breite Forststraßen bergab, der Blackhahnsweg über 700m stellt sich kurz in den Weg, ehe die Trailpassagen beginnen.

Während die Kurzstrecke danach ins Ziel biegt, wartet für die Mittel-/Langstrecke noch ein 2,7km langer Anstieg mit einem extrem steilen Beginn (700m, 16%), der sich anschließend über einen Karrenweg zieht.

Im Ziel teilt sich die Mittel- und Langstrecke, die wiederum über einen feinen Trail mit steilen Anstiegen (u.a. 800m mit 10%) zurück zur Strecke führt, wo dann ab Anstieg 2 alles von vorne beginnt.

Neu war die Wegführung vor der Streckenteilung mit der Kurzstrecke, die nicht pausenlos über Schotter führte, sondern einen schönen Trail bergauf beinhaltete.

Mein SKS Bike Marathon 2017

Mein SKS Bike Marathon 2017 lief ziemlich gut, sogar besser als erwartet. Bereits vor dem Rennen war die Anspannung viel positiver als vor dem Kellerwald Marathon. Warum? Das hat vielfältige Gründe aber bestimmt auch, weil ich im April mehrfach bis zu 9 Stunden im Training unterwegs war und ich von der Distanz weniger beeindruckt war als noch beim Saisonauftakt beim Kellerwald Bike Marathon.

SKS Bike Marathon 2017 (Quelle: Sportograf)

Meine Ernährungsstrategie (1 Riegel, 1 Sponser Liquid Energy pro Stunde) ging zusammen mit 4 Flaschen perfekt auf. Das Depot an der wilden Wiese erwies sich als äußerst nützlich.

Am Straßenanstieg hatte ich zwei Ziele gesetzt. Zum einen wollte ich nicht wie 2015 bereits hier zu weit zurückfallen, andererseits auch nicht mein Tempo völlig überziehen. Die Anstiege drückte ich it 260-280 Watt etwas über der vorgesehen Racing Strategie hoch, um dann in der Ebene im Windschatten von großen Gruppen zu fahren. Mit einer durchschnittlichen Trittfrequenz von 90 habe ich auch ökonomisch gut mit den Beinen gearbeitet und mir so 1,5 Minuten Vorsprung im Vergleich zu 2015 erfahren.

Am Altenberg musste ich ebenfalls mehr investieren, auf dem engen Wiesenstück wollte ich unbedingt in der Gruppe bleiben, weil ich auf dem langen Schotterstück in einer guten Gruppe mehr sparen könnte als am Altenberg. 266 Watt waren im Schnitt notwendig, den letzten kleinen Stich hinauf auf den Karrenweg nutzte ich mit 350 Watt zum Schließen des Lochs. Oben konnte ich dann direkt mitfahren.

Bis zur Streckenteilung habe ich keine Position mehr verloren und dann im Klimtje Tom kennengelernt, der mich freundlich begrüßte und @Coffeechains auf Twitter folgt.

Tom zog mich fast 2 Anstiege im Windschatten hoch, in denen ich mit 250 Watt Energie sparen konnte und wir einige Positionen gut machen konnten. Da Tom auf der Mittelstrecke unterwegs war, hielt sich meine Ambition Führungsarbeit zu leisten in Grenzen :D

Im dritten und letzten Anstieg vor der Wilden Wiese (bei km30-35) ließ ich dann bewusst Tempo raus und hielt mich in einer Gruppe auf, der ich bei 230 Watt gut folgen konnte.

Denn dieser Anstieg führt zurück auf die Kurzstrecke, wo wir dann auf jede Menge Verkehr auflaufen und ich mehr Energie benötigen werde, um vor den technischen Passagen freie Fahrt zu haben.

Die Taktik ging gut auf und ich hatte sowohl auf der Wiese als auch später im Downhill nach Sundern ziemlich viel Platz.

SKS Bike Marathon 2017 (Quelle: Sportograf)

Den Schlußanstieg mit der Veltins Bergwertung ließ ich langsam angehen. Das steile Stück hinauf zur Bergwertung habe ich komplett unter 240 Watt gefahren (und wurde trotzdem 230. von über 700 mit 1:11min), so dass ich dann auf den restlichen 2,4km Anstieg mein Tempo weiterfahren konnte, während einige Fahrer deutlich langsamer wurden und durchatmen mussten.

Gemeinsam mit drei Belgiern ging es zum ersten Mal hinunter Richtung Ziel in Sundern, dass wir links liegen gelassen haben und durch die Stadt in die zweite Runde bogen.

Der steile Anstieg zurück zur Hauptstrecke war fies, aber auch nach 2,5h war ich in der Lage das Tempo zu forcieren. Ich merkte nur, dass ich mit dem 34er KB bei den steilen Anstiegen zu wenig Reserven habe und meine Kraft bei einer Trittfrequenz um 60 nicht optimal eingesetzt ist, sobald ich schneller treten konnte war auch mehr Leistung möglich.

Den zweiten Teil der Runde teilte ich mir gut ein. Die Belgier musste ich ziehen lassen, hinter mir konnte ich 2 Fahrer auf Distanz halten. Immer wieder hatte ich die Belgier in Sichtweite, dann wieder nicht. Genauso ging es mit den Verfolgern.

Die Anstiege 2,3,4 versuchte ich taktisch zu fahren ohne eingeholt zu werden und ohne mich leer zu fahren. Das hatte gut geklappt, denn bei km80 hatte ich auf einmal das Loch zu den Belgiern zum ersten Mal wieder zu gefahren mit einem PR an der Wilden Wiese, der sich sehen lassen kann :D

Allerdings forcierten die drei mit einem weiteren Fahrer das Tempo und setzen sich in einem Gegenanstieg auf der Abfahrt ab, als mir die Kette abfiel. (Ich hasse das, aber ich verursache das selbst durch Schaltfehler)

SKS Bike Marathon 2017 (Quelle: Sportograf)

Am Stich hinauf zum Blackshahnweg hatte ich die vier wieder in Sichtweite und vor dem Schlußanstieg fehlten 50m. Ich riskierte an der Bergwertung weniger als die anderen und konnte den Anstieg im weiteren verlauf dann trotzdem 15 Sekunden schneller abschließen als in Runde 1. Mit einem Kraftakt auf dem letzten Wiesenstück ging ich an den Belgiern vorbei und drückte in der Abfahrt auf das Tempo.

Kurz vor der Zielabfahrt folgte eine kleine Gegensteigung in einer langezogenen links-rechts Kurve, die ich nicht optimal nahm. Allerdings konnte sie mein Verfolger perfekt nehmen und sich in dem Gegenanstieg die 20m absetzen, die mir dann im Ziel fehlten.

SKS Bike Marathon 2017 (Quelle: Sportograf)

Am Ende reichte es für Platz 64. (19. AK) in offiziell 4:41h.

Keyfact SKS Bike Marathon 2017

Strecke: 95km, 2650hm
Zeit: 4:41h
Geschwindigkeit: 20kmh, maximal 60,5kmh
Leistung: 200 Watt (NP 231 Watt), maximal 914 Watt
Herzfrequenz: 161bpm (183bpm) [ist nach 35km ausgefallen] Trittfrequenz: 77rdm / maximal 139 (1×11 eben)
Temperatur: 4 Grad
Kalorien: 3500kcal
Trainings Stress Code: 295

Fazit

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und Ansgar hat dieses Bild bereits trefflich formuliert, wenn er schreibt:

Dieses Bild drückt genau deine gewonnene Lockerheit aus. So ein Foto hätte es vor einiger Zeit noch nicht gegeben. (Team Manager Ansgar Girsig)

Und genau das beschreibt Daniels Rennen. Locker und mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen konnte Daniel beim SKS Bike Marathon 2017 seine Leistung auf den Punkt abrufen und das Rennen solide nach Hause bringen ohne dabei das anvisierte Racing Ziel aus den Augen zu verlieren.

Natürlich wäre Daniel schneller gefahren, wäre der SKS Bike Marathon ein Hauptwettkampf gewesen. Ein Ergebnis unter den Top50 wäre unter den gegebenen Voraussetzungen möglich gewesen. Aber Daniel hielt sich bewusst an den Weg zur Weltmeisterschaft und fühlte sich nach dem Marathon entsprechend fit genug ggf. noch weiter zu fahren. Und darum ging es.

Auf alleine Ebenen konnte Daniel in diesem Rennen positive Erkenntnisse ziehen: Die Belastung war perfekt gewählt, die Ernährungsstrategie (mit geringen Veränderungen zum Kellerwald Bike Marathon) war sehr gut ausgewählt und Daniel harmonierte erstmals – nicht zuletzt wegen der neuen Sicherheit im Downhill durch das Fahrtechnik Training bei Denis MacHartmann – mit seinem Canyon LUX wie eine wirkliche Einheit.

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