Die 24h MTB Weltmeisterschaft ist gestartet!

Da wir uns gestern Abend spontan noch akkreditieren konnten, genießen wir jetzt die Vorteile eines extra Media Raumes (Zugang übrigens typisch italienisch: erst mal durch die Küche) inklusive brauchbarem Internet. Die Organisation hier scheint zwar oft chaotisch, aber ausnahmslos alle Helfer der Veranstaltung sind unglaublich freundlich, hilfsbereit und extrem flexibel. Wir fühlen uns supergut aufgehoben! Ein paar Worte zum Start und dann stelle ich euch vor, was den Rest des Tages hier im Liveticker passiert.

Wie beim Triathlon hingen die Räder aufgereiht in der Wechselzone. Ein etwa 500 Meter langen Trailrun mussten die Teilnehmer nach dem Startschuss um 10.05 Uhr zuerst absolvieren, bevor sie bei ihren Rädern ankamen. Daniel hat sich für Laufschuhe und damit für einen Schuhwechsel entschieden – das haben die wenigsten so gemacht, aber die Elite übrigens auch – scheint also so verkehrt nicht zu sein.

Die ganze Crew hat gespannt gewartet, bis Daniel nach etwa 5 Minuten bei seinem Rad ankam. Im Gegensatz zu einigen anderen Teilnehmern hatte er keine Probleme, den Stellplatz zu finden, konnte ruhig die Schuhe tauschen und dann endlich auf das Fortbewegungsmittel wechseln, mit dem er sich am wohlsten fühlt – ihr könnt euch ja ungefähr ausmalen, wie begeistert jemand von einem Trailrun sein kann, der selbst den Weg zur Dusche mit dem Rad zurücklegt … Das Gute an der Berichterstattung durch Ansgar und mich: Daniel kann sich nicht wehren, was wir schreiben – der muss radeln.

Aus meiner laienhaften Perspektive kann ich sagen: Ich finde das Startsystem eigentlich gar nicht so übel, da der Lauf das Feld sofort entzerrt. Würden mehrere Hundert Biker gleichzeitig auf die enge Strecke gehen, wäre das sicherlich ziemlich knubbelig und unübersichtlich. Also lasst sie ruhig laufen!

Nachdem wir Daniel auf die Strecke geschickt hatten, sind wir zum Camp zurück gekehrt. Schrecksekunde: Unsere Nachbarn mussten schon in der ersten Runde das Rad ihres Athleten wechseln – nicht gerade optimal! Wir wollen Daniel nicht das Ersatzrad, sondern nur eine Wasserflasche geben, aus der er ein paar Schlucke trinkt und die er dann sofort wieder weg wirft, eine Flasche Iso und ein Gel. Christina notiert jeweils die Kohlenhydratmenge und hat den genauen Überblick über Daniels Versorgung. Aber erst einmal muss er bei uns ankommen, alle warten gespannt:

Ich bin echt erstaunt, mit was für einer Geschwindigkeit einige Fahrer um die enge Kurve kurz vor unserem Camp brettern. Ob die in 10, 15 oder 20 Stunden noch genauso schnell unterwegs sind?

Check! Die erste Übergabe hat schon mal geklappt. Die Wetterbedingungen sind mit etwa 23° und Wolken recht angenehm, so dass Daniel jetzt zu Beginn noch nicht so viel Wasser benötigt. Während ich gerade im Media Raum sitze und tippe, ist er wahrscheinlich schon ein zweites Mal bei der Crew vorbei gekommen. Wir tracken seine Rundenzeiten und versuchen, uns möglichst genau darauf einzustellen, wann wir ihn das nächste Mal erwarten können.

So, wie versprochen jetzt der Plan für den Tag:

Natürlich halten Ansgar und ich euch über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden. Aber wir haben 24h Zeit und die möchten gefüllt werden! Eigentlich suche ich vor allem für heute Nacht nur nach einer Beschäftigung, damit ich wach bleibe.

Deshalb möchte ich nach und nach das gesamte Team vorstellen – wer sind die Leute, die da die Flaschen reichen und was haben sie genau für Aufgaben?

Außerdem erwische ich bestimmt mal den einen oder anderen aus der wirklich großartigen Orga Crew hier vor Ort und kann sicherlich noch die eine oder andere Frage loswerden. Wenn ihr Fragen habt – immer her damit!

Ein bisschen Auslauf aus dem Media Raum habe ich mir auch vorgenommen: Mal sehen, was an der Strecke so abgeht. Besonders freue ich mich auf Toboga, die Naturtribüne, die wir vorgestern schon kurz besichtigt haben. Da dürfte einiges los sein!

Ich werde auch die Augen offen halten, wer hier noch so am Start ist. Bis eben habe ich zum Beispiel nicht gewusst, dass es Singlespeed Mountainbiker gibt. Und dass sie auf der gleichen Strecke unterwegs sind. Ebenfalls 24h lang. Der totale Wahnsinn!

Ich hoffe, von der gigantischen Fahrrad-Festival-Raceday-Stimmung schwappt eine ordentliche Portion rüber nach Deutschland!