Rhythmus und Fokus sind gefunden und in der dritten Trainingswoche geht die Form nach oben (und das Gewicht nach unten). Die Vorbereitung auf die zweite Saisonhölfte läuft auf Hochtouren.

Zum Start der Woche musste ich rausnehmen, mein Magen wollte bereits am Wochenende nicht und so folgte ein Ruhetag am Montag. Durch die Schonung am Sonntag und die Ruhe am Montag könnte ich Dienstag wieder ins Training eingreifen.

Die Woche war zwei geteilt, ein Intervall Block kurz und knackig am Dienstag und Mittwoch, sowie eine Reihe Umfang Einheiten am Wochenende. Und es lief immer besser.

Heißer Scheiß: G2-EB-SB Intervalle

Mit dem Wiedereinstieg ins Training zogen G2-EB-SB Intervalle in mein Training ein, also Intervall Segmente über einen Zeitraum X mit zunehmender Intensität. Mit 2 Segmenten a 8′ G2, 4′ EB 30″ SB habe ich mich über drei Segmente in der Reihenfolge zu 10′ G2, 5′ EB, 1′ SB vorgearbeitet.

Ich mag diese Art von Training, es ist extrem herausfordernd (erst Recht bei 30+ Grad) und verlangt absolute Fokussierung. Das Nachlegen tut weh, aber der Geschwindigkeitsrausch motiviert. Durch den Infekt war im EB-SB Bereich relativ wenig Leistung abrufbar, dafür konnte ich die G2 Minuten hoch und konstant fahren.

90′ Training empfinde ich immer als kurz, aber in der Intensität und nach einem 24h Bereitschaftsdienst ist das absolut in Ordnung.

Am Mittwoch folgten 2x 15′ K3 Intervalle, die ich konstant um 250 Watt abgespult habe. ich erreiche gerade keine neue Stufe an meiner Leistungsgrenze, dafür konsolidiert sich meine Form und ich kann häufiger und länger konstant hohe Wattzahlen drücken.

Außerdem muss ich immer beachten, dass ich auf dem Rennrad grundsätzlich weniger Watt trete als auf dem Mountainbike. Mir ist zwar immer noch nicht klar warum, es ist einfach so. Ich nehme an, dass mir die Sitzposition besser liegt und ich mit dem MTB besser verschmelze.

Ein langes Wochenende

Nach den beiden knackigen Einheiten zum Wochenstart gab es am Donnerstag einen Tag Ruhe. Entspannung und die Seele baumeln lassen.

An diesen Tagen trinke ich noch behutsamer meinen Kaffee, bereite ihn noch beherzter zu und genieße ihm vollkommen.

Von Freitag bis Sonntag standen Umfang Einheiten auf dem Programm, bevor das Grundlagen Training am Samstag und Sonntag in den Vordergrund rückte, folgte am Freitag eine Vorbelastung: Aufwärmen, 45′ G2 und nach einer weiteren G1 Pause noch einmal lange 2x 8′ EB Intervalle.

Entsprechend zäh gestaltete sich der Start am Samstag. 5 Stunden standen auf dem Fahrplan, der mich einmal quer durch die diverse Landkreise in der Umgebung führen sollte. Es liegt gut, konstant und mit einer aeroben Entkopplung von 4,8% über 4:20h (133km) passte die Leistung auch hinten raus, obwohl ich gefühlt nach drei Stunden einen Einbruch verspürte. Dem war dann aber nicht so.

Am Sonntag waren die Beine dann zu, die letzten drei Wochen merkte ich jetzt endgültig. Zu allem Überfluss ist mein Physio im Urlaub und das Becken alles andere als perfekt sitzend. Aber eine Einheit geht immer, 100km gehen immer. Drei Stunden Training, in jeder Stunde ein G2 Intervall steigernd über 10′, 20′ und in der dritten Stunde 30′. Lief überdurchschnittlich gut, obwohl als VLaMax Training geplant und damit ohne Kohlenhydrate vor und während des Trainings. Mit 31,5kmh war ich das ordentlich fix unterwegs, für 1100km in den letzten 20 Tagen und dem ersten Block Training nach der WM.

Es lief erstaunlich gut, obwohl die Beine sich über die gesamte Dauer schwer anfühlten und heute noch schwerer sind. Aber jetzt ist erstmal Ruhewoche!

Ausblick auf die nächste Woche

Ruhewoche, Tapering, Wettkampf. Ruhewochewoche, Trainingslager und dann sind wir Mitten in der zweiten Saisonhälfte mit einem Wettkampf nach dem Nächsten. Ich hab auch voll Bock darauf und ein ganz wichtiges Ziel vor Augen.

Ich wollte euch das bereits letzte Woche mitgeteilt haben, aber die Zeit… die geringe Zeit. Meine Saisonvorschau Nummer 2 ist in Arbeit.

Fazit

Mit 13,5 Stunden, 415km in 5 Trainingseinheiten stehe ich ganz gut. Potential zum Steigern ist vorhanden aber für den ersten Block nach der WM finde ich 10,5 14,5 und jetzt 13,5 Stunden Training ziemlich stark. In jedem Fall passen auch meine messbaren Werte wieder, knapp 600 TSS Punkte habe ich diese Woche gesammelt. In den fünf Trainingseinheiten war die Intensität also vergleichbar als wäre ich sechs Einzelzeitfahren all out über jeweils eine Stunde gefahren.

Meine CTL habe ich in den drei Wochen von 77 auf 81 (100 vor der WM) bewegt und mit 96 Punkten in der ATL ist meine Erschöpfung moderat. Dem stimme ich auch gefühlt zu, denn es sind nur die Beine die schlapp gemacht haben, Energie und Leistungsbereitschaft sind noch vorhanden. Es wird Zeit, dass ich mit Thorsten auch wieder das Stabi & Kraft Training aufnehme. Bereits in der kommenden Woche.