Held am Sonntag ist eine passende Umschreibung für uns alle. Wir sind Helden am Sonntag. Genauso wie der Protagonist im Buch von Henri Lesewitz. Ich habe viele Parallelen zu mir gefunden und ich denke, dass sich dieses Gefühl bei vielen anderen Lesern auch eingestellt hat oder einstellen wird. Der Roman ist eine Empfehlung und sei jedem begeisterten Radsportler (oder denen, die es werden wollen) ans Herz gelegt.

In dem Roman „Held am Sonntag“ von BIKE-Redakteur Henri Lesewitz steht der Radsport im Fokus. Auf der Couch stellt Helmut* fest, dass ihm eine ganz schöne Plauze gewachsen ist und er blickt wehmütig auf seine tolle Radsport Zeit mit Kumpel Andi zurück. Bei einem netten Abend beschließen die beiden eine Teilnahme am Grand Raid Cristalp, dem Mountainbike Event des Jahres, im kommenden Sommer. So beginnt eine spannende Geschichte voller Höhen und Tiefen an deren Ende es doch wieder anders kommt als man denken mag. Es gibt schöne Einblicke in das Leben eines Hobby-Sportlers, der immer aufs Neue den Spagat zwischen Hobby, Beruf und Familie bewältigen muss.

Es geht um Lycra Hosen, Fitness Center, Trainingslager und vereinsfarbender Ballonseide. Man hechelt zwischen Frühstück und Abendessen seinem Vorderrad hinterher, zählt allgegenwärtig Kalorien und man wird feststellen, warum Marathonstrecken hierarchisches Niemandsland sind.

„Was wäre das Leben ohne Schlammspritzer im Gesicht, Krämpfe in den Armen und blaue Flecken an den Hüften? Ohne das pfeifende Keuchen an endlosen Anstiegen und rasende Abfahrten mit Tunnelblick? Es wäre eine einzige Unterforderung, zähe Langeweile, Alltag, bis der Arzt kommt! Zumindest für echte Mountainbiker. Klar, das Leben fordert Kompromisse, z.B. den täglichen Job im Büro, aber am Wochenende muss es dann auch mal krachen dürfen. Dumm nur, wenn man dafür gar nicht mehr so recht in Form ist.“ – Henri Lesewitz

Mit jedem geschriebenen Wort merkt man Henri Lesewitzs Begeisterung für den Radsport an. Ich habe ja ein Faible für derartige Bücher, doch Held am Sonntag kann ich nicht nur RadsportlerInnen empfehlen, sondern auch denen, die mit unserem Hobby bisher gar nichts anfangen können. KAUFTIP!

*Ich habe leider den wirklichen Namen des Protagonisten vergessen. Seis drum, ab heute heißt er Helmut. Meine Buchrezension erschien bereits 2011 in Daniels Mountainbike Blog.