Häufig fällt in meinen Trainingstagebuch Einträgen das Schlagwort mental. Mentale Fitness, mentale Stärke, mentales Training. Doch so richtig greifbar ist das Schlagwort nicht. Das möchte ich ändern und euch die Bedeutung von mentaler Stärke näher bringen. Mentales Training Teil 3

Heute möchte ich mit euch im Rahmen meiner Artikelserie zum Thema mentale Fitness über das Selbstvertrauen sprechen, dass gerade im Hobbybereich oftmals einer extremen Unzufriedenheit oder Ernüchterung weicht und ein guter Grund für das Verfehlen der Bestleistungen ist.

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Letzte Woche habe ich versucht zu erklären, was erstklassige Motivation ist und wie wir diese entwicklen können. Aber trotz erstklassiger Motivation oder auf dem Weg dort hin erreichen wir niemals unser Leistungsoptimum, wenn wir nicht daran glauben. Um im Training die Intervalle mit vorgegeben Intervalle im vorgesehenen Leistungsbereich absolvieren zu können, benötigen wir neben der Motivation dafür auch das Selbstvertrauen, den Glauben das wir diese Leistungen auch abliefern können. Darum geht es in dem heutigen Artikel.

Selbstvertrauen – was ist das?

Wir verstehen unter Selbstvertrauen, wie stark jemand daran glaubt, persönliche Bestleistungen erbringen und selbstgesteuerte Ziele erreichen zu können. – Jim Taylor: Mentales Training für Triathleten, S. 55

Selbstvertrauen beeinflusst alle Faktoren und Aspekete des Trainibgs, Wettkampfs und wirkt sich auch auf das Leben generell aus. Fehlt uns die Überzeugung etwas zu erreichen, dann werden wir das Ziel auch nicht umsetzen können. Nur wer daran glaubt eine persönliches Ziel umsetzen zu können, wird dazu in der Lage sein.

Selbstvertrauen kann in verschiedenen Momenten ein unterschiedliches Maß an Stärke annehmen. Ich kann daran glauben eine bestimmte Trainingszeit zu erreichen, eine bestimmte Strecke zu absolvieren aber gleichzeitig kann mir das Selbstvertrauen fehlen, in diesen Momenten mein Leistungsoptimum abzurufen.

Teufelskreis oder Aufwärtsspirale?
Du kannstvals Athlet entweder gefangen im Teufelskreis sein oder dich in die Aufwärtsspirale begeben.

Der Teufelskreis beginnt meistens in der Phase einer unbefriedigenden Situation. Die eigene Fitness und Fähigkeit wird in Frage gestellt, es fehlt Mut, Motivation und das Erreichen der eigenen Ziele rückt in weite Ferne.

Die Motivation im Training sinkt immer weiter, negative Selbstgespräche und Frustrationen rauben den Spaß am Training. Im Wettkampf startet man bereits mit einer negativen Einstellung, die natürlich zu einem negativen Ergebnis führt.

Anders ist der Weg in der Aufwärtsspirale. Hier sucht man positive Eigenschaften, denkt an seine erreichten Leistungen und an die absolvierte Vorbereitung, an die Ziele und glaubt an sich.

Ich fühle mich topfit. Das Rennen wird großartig.

Mit diese Einstellung kommt eine gewisse Gelassenheit in den Trainingsalltag, positive Gedanken und Emotionen sorgen dafür Schmerzen leichter zu ertragen.

Erstklassiges Selbstvertrauen
Ausgeprägtes Selbstvertrauen sorgt dafür, dass wir Respekt vor unseren Herausforderungen haben aber nicht eingeschüchtert werden. Das wir an unsere Leistungen glauben, auf die wir zum Teil Monate lang intensiv vorbereitet haben.

Erstklassiges Selbstvertrauen lässt den Glauben an die eigene Leistungen zu einer Sicherheit werden. Ich wusste, dass ich das 24h Rennen durchfahren werde.

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Selbstvertrauen aufbauen
Nun sind wir wieder am Anfang und der These von Daniel auf Endurange, dass Hobbysportler oftmals das Selbstvertrauen fehlt und die eigene Leistung heruntergespielt wird.

Wenn ich bei einem Marathon am Start stehe und mir Zweifel hinsichtlich meiner Leistung kommen, kann ich zu allererst auf meine Virbereitung bauen. Ich erinnere mich, was ich bis zu diesem Zeitpunkt im Training bisher erreicht habe. Dafür muss man natürlich seine eigenen Leistungen anerkennen können.

Außerdem kannst du dein Selbstvertrauen durch das Setzen (und Erreichen) von Zielen aufbauen, du kannst positive Selbstgespräche führen, um dein Selbstvertrauen aufrecht zu erhalten. Das hilft mir zum Beispiel sehr gut im Intvalltraining, gekoppelt mit dem Blick auf die bisherige Virbereitung sage ich mir dann, dass ich die Leistungen bisher mehrfach erreicht habe und ich es auch diesmal schaffe.

Wenn meine Beine schwer sind, hilft mir die Erinnerung unter welchen Bedingungen ich schon in einem Trainingsblock in die dritte oder vierte Einheit in Folge aufgebrochen bin und wie schwer die Beine dort waren und trotzdem habe ich das Training absolviert.

Widrigkeiten aller Art verankern das Selbstvertrauen. Wie fühlt ihr euch seinem epischen Training im Regen oder gegen starken Wind, im Schnee, Hagel oder am frühen Morgen? All diese Erfahrungen steigern das Selbstvertrauen und helfen in Situationen, wenn euer Selbstvertrauen schwindet.

Was mich nicht umhaut macht mich bloß stärker. Und genau diese Momente im Training können dir in Krisen beim Wettkampf helfen.

Nicht zuletzt fördert auch familiäre Unterstützung das Selbstvertrauen. Hier ist vor allem gute Laune und positive Energie ein Geschenk aus dem sozialen Umfeld. Das steckt an. Genauso wie ein gut gelaunter Trainingspartner anstecken kann, während ein Partner mit geringen Selbstvertrauen das eigene Selbstvertrauen ebenso reduzieren kann.

Wahrscheinlich ist bei uns allen ein Umdenken notwendig. Weg von der pessimistischen Haltung, dass man zu wenig trainiert hat oder zu langsam ist. Hin zu einem positiven Selbstbild, dass natürlich dem eigenen Leistungsniveau angemessen ist. Selbstvertrauen kann man lernen, man muss es aber wollen.

Fazit

Erstklassige Motivation und Selbstvertrauen sind mentale Faktoren, die unsere Leistungen verbessern können ohne unser physisches Training zu vergrößern.

Mit positiven Selbstgesprächen, Schlagworten und den richtigen Ungang mit negativen Gedanken können wir die eigene Leistungsfähigkeit verbessern und stehen gelassener und konzentrierter an der Startlinie unseres nächsten Wettkampfs. Und – das ist doch wohl wirklich erstrebenswert – überqueren mit Freude und Zufriedenheit die Ziellinie anstatt nach kurzem Durchatmen direkt wieder in Ernüchterung zu verfallen.

Hinweis
Das Buch wurde mir vom Sportwelt Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Es gibt seitens des Verlags keinerlei Vorgaben und oder (in)direkte Einflussnahme auf die Artikelreihe über mentales Training.