In Daniels WM-Tagebuch laden wir täglich dazu ein, Daniel bei seiner Vorbereitung auf die wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft zu begleiten.

Langsam aber sicher sitze ich hier sehr wehmütig am PC, denn der Tag der Tage rückt näher und die WM Vorbereitung steht kurz vor ihrem Abschluss und damit auch das WM-Tagebuch.

Heute habe ich den ersten von drei Blöcken im dritten und letzten Trainingslager abgeschlossen. VLaMax Umfang Training stand auf dem Programm, also ohne Kohlenhydrate los und erstmal drei Stunden ohne Nahrungsaufnahme fahren…

Die Aufregung vor solch einem Training ist verschwindend gering geworden, der Fokus bestimmt das hier und jetzt.

Pünktlich wie immer wachte ich um sechs Uhr auf, während die Familie noch schlief genoss ich einen leckeren Yirgacheffe Kaffee.

Dabei habe ich für euch ein Unboxing Artikel geschrieben, auf den ihr leider bis Dienstag warten müsst.

Wer es errät, bekommt von mir eine Coffee & Chainrings Kaffeetasse geschenkt. Der/die Erste mit der richtigen Antwort siegt.

Vor dem Training gab es noch ein chaotisches Familienfrühstück. Unser Pups wollte Nudeln, die Mama Porridge und der Papa durfte keine Carbs. Tolle Sache und am Ende war der Räuchertofu und die Avocado auf meinem Teller viel interessanter als die Weizenpampe.

Etwas verspätet aufgrund der Sonntagströdelei ging es dann los.

Mein Training heute


G1-G2: 4x 15′ G2, Gesamtdauer: 270 Minuten, TSS: 210, Leistung: 180 Watt (NP 195 Watt).

Nachdem ich die Frage Rennrad mit Graveleinlage oder Mountainbike zu Gunsten des Mountainbike entschieden hatte, startete ich gegen 09:30 in den Bürotag.

Lange Umfangeinheiten versuche ich immer mit Familienaktivitäten zu verknüpfen, so dass a) meine Frau eine Fahrt nur alleine fahren muss und b) die Gesamtfahrzeit meines Trainings abzüglich der Fahrtzeit meiner Frau mit dem Auto nicht so extrem groß ist.

Während ich also 4,5 Stunden unterwegs war, war meine Frau immerhin rund 90 Minuten unterwegs und damit nur drei Stunden netto ohne mich. Quasi. Isso.

Mit reichlich Fett und Eiweiss im Magen fühlten sich die ersten Kilometer gewohnt träge an, die Verdauung benötigt eben mehr Zeit für die beiden Makronährstoffe als ein leichtes Kohlenhydrat Frühstück. Ihr wisst schon: Was isst eigentlich ein veganer Radsportler?

Nach der ersten halben Stunde ging gut. Die Vorgabe war mindestens 2,5 Stunden keine Nahrung zuzuführen und insgesamt 4x 15′ im G2 Bereich zu fahren, was ich mir für den hinteren Teil des Trainings aufsparen wollte.

Die ersten 40km absolvierte ich in knapp 90 Minuten und es lief echt gut, als eine Rennradgruppe kurz vor Meerbusch an mir vorbeizog. Die Jungs (und das eine Mädel) haben ordentlich reingetreten aber mich so leicht nicht abschütteln können, bis sie mir dann mit einem tollen Antritt in einer Abfahrt (!!!) davon fuhren, allerdings nur bis Meerbusch und kurz darauf hatte ich die Gruppe wieder eingeholt.

Mein erstes Intervall von Düsseldorf am Rhein entlang nach Duisburg war aus diesem Grund dann auch G2-EB, denn ich attackierte und fuhr 7km vor der Gruppe her. Kann ich gut so Tempofahrten, machen mir mittlerweile auch gut Spaß.

Kurz vor dem Ende fuhren wir auf eine Gruppe Fußgänger auf, weshalb ich zum Überholen nach links zog, während einer der Rennrad Fahrer gerade zum Überholen ansetze. Da haben wir beide Glück gehabt und letztendlich in unserer Hatz schlichtweg falsch gehandelt. Ich habe den Schulterblick vergessen, während der Kollege mit etwas mehr Voraussicht geahnt hätte, dass ich eine Vollbremsung machen müsste, wenn er mich jetzt einsperrt.

Ist ja nochmal gut gegangen! Das zweite Intervall an der B8 nach Duisburg war dann geprägt von Ampel-Hopping aber Dank einer fast grünen Welle kam ich ganz gut durch. Die letzten beiden langen Intervalle gab es dann am Emscher Radweg von Duisburg über Oberhausen nach Gelsenkirchen, ehe ich dann von Herne nach Herren locker ausgefahren bin.

War ich gestern schon mit der Geschwindigkeit auf dem MTB zufrieden, setzte ich heute noch einen drauf und war auf der doppelten Strecke nochmals 1kmh im Schnitt schneller. Altah wie mit’m Rennrad nur besser :D

Mit einer aeroben Entkopplung von 1,6% war die Einheit auch in ihrer Gesamtheit perfekt. Gerade bei den langen Umfangeinheiten ist es wichtig, dass die Leistung in der zweiten Hälfte sich nicht zu sehr von der ersten Hälfte unterscheidet. Bis zu 5% ist der Wert zufriedenstellend, 1,6 ist also super.

wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft

Es kristallisiert sich heraus, dass ich auf dem Grand Canyon das 24h Mountainbike WM Rennen starten werde. Aus diesem Grund habe ich noch ein paar Kleinigkeiten am Setup verändert:

Das Cockpit hat ESI Chunky Griffe spendiert bekommen. In neutralem schwarz. Außerdem hält vorne jetzt kein klobiger Schnellspanner mehr mein No Tubes Crest Laufrad, sondern eine filigrane Fox Racing Kabolt Steckachse im hippen orange. Am Lux habe ich damit schon sehr gute Erfahrung gesammelt.

Heute hatte ich im Übrigen die GripGrab Racing Handschuhe an, zum ersten Mal also auch die XC-Variante des neuen 2017 Modells. Trägt sich wie der GripGrab Vertical auf Anhieb gut. Insgesamt leichter und neutraler als der Vorgänger.

Ich fahr die beiden Modelle jetzt noch bis Willingen und werde euch dann mit einem Testbericht verwöhnen!

Und sonst so?

Verdient nach so einem langen Tag oder? Und morgen ist trainingsfrei. Und jetzt geht es auf die Couch!