Ein Monat ist die wembo 24hr Mountainbike Weltmeisterschaft jetzt her und langsam aber sicher komme ich auch wieder in den Trainingsrhythmus. Mein Rückblick auf den Trainingsmonat Juni.

Ich bin kein Typ, der freiwillig was macht! Nach der Weltmeisterschaft habe ich mir eine ordentliche Portion Pause gegönnt. Zu Recht! Im Trainingsplan stand von Lukas immer nach Lust und Laune. 4 Einheiten in 14 Tagen habe ich dann absolviert und dabei 0:30min, 0:40min, 1:35h und 1:15h auf dem Rad gesessen.

Insgesamt tat die Zeit gut, aber die geplante nach Lust und Laune Phase hat mir auch gezeigt, dass ohne Plan nichts geht. Und ohne Ziele sowieso nichts.

Lukas weckte mich am 19. Juni mit einem Plan zum Wiedereinstieg. Kann ja nicht so wild sein. Dachte ich. Zum Wiedereinstieg gab es dann direkt zwei Einheiten bei 34-37 Grad, die mir alles abverlangt haben. G2-EB-SB Intervalle, also Intervalle mit steigender Intensität. Nachdem man 2 Wochen nichts gemacht hat, die Hölle.

Wie ihr seht, seht ihr nicht viel (Leistung). Mit Puls 180 und 220 Watt kämpfte ich bei 90′ Training gegen den Einbruch. Einen Tag später durfte ich dann bei 2×20′ G2 Intervallen weiterleiden. Wiedereinstieg auf die harte Tour.

Am Wochenende folgten dann weitere G2-EB Belastungen.

Zumindest war ich angefeixt. Mental wieder richtig heiß, auch wenn die Beine noch nicht wollen. In einem langen Planungsgespräch haben Trainer Lukas und ich die Ziele für diese Saison, das kommende Jahr und die nächsten 5 Jahre festgelegt.

Das Comeback nimmt Fahrt auf

Ohne jetzt großartig auf meine Saisonplanung einzugehen, das Ziel für den Rest der Saison lautet Top5 beim 24h Race München. Eine wichtige Station bereits für das nächste Jahr. Dazu dann aber in der nächsten Woche mehr.

In der letzten Juni Woche und der zweiten Trainingswoche nach der WM sah es schon besser aus. Zum Abschluss des 5er Blocks hatte ich wieder einen ganz guten Stand, die Beine konnten drücken!

Zum Vergleich mal die Leistungsdaten meiner zweiten G2-EB-SB Einheit mit drei statt zwei Wiederholungen genau eine Woche später.

Fühlte sich besser an, sieht auch besser aus. (* beim ersten Intervall musste ich zum Start des EB-Segments einen LKW überholen und investierte dort mehr als geplant)

Am Wochenende standen mit vier Stunden, drei Stunden und sechs Stunden dann die Umfänge im Vordergrund. Aber bereits Freitag musste ich das Training etwas verkürzen, weil ich mich nicht gut genug fühlte. Zu allem Überfluss rutschte ich bei regennasser Straße auch noch am letzten Kreisverkehr vor der Haustür über mein Vorderrad…

Rückschlag am Ende der Woche

Am Samstag sollte es mir nicht besser gehen. Ich musste bereits um 7 Uhr trainieren und hatte extremen Zeitdruck, allerdings war mein Magen nicht bereit Nahrung aufzunehmen. Das kenne ich eigentlich gar nicht. Ich habe es auf die frühe Uhrzeit und den ungewohnten Rhythmus geschoben und mich mit Sponser Competition Ultra versorgt.

Die Einheit war nicht so schlecht, allerdings fehlte mir der Druck im EB Bereich und ich fühlte mich danach hundeelend. Abgesehen von etwas Flüssignahrung wollte ich nichts aufnehmen, obwohl ich mit der Einheit eigentlich gut Energie verbraucht hatte. Den restlichen Tag habe ich halbwegs sitzend überlebt, die erste Nahrungsaufnahme klappte um 15 Uhr.

Am Sonntag das gleiche Spiel. Mir war klar, dass ich die 6 Stunden Einheit (nach der Tour de France, dem Feld hinterher) vergessen kann. Also entscheid ich mich, wenigstens kurz auf der Strecke ein paar Kilometer abzuspulen. Den Kreislauf etwas in Schwung bringen und gucken was passiert. 10% in der aeroben Entkopplung zeigen deutlich, dass in mir irgendwas nicht stimmte.

Während ich auf der Couch liegend das Feld im Fernsehen an unserer Stadtgrenze vorbeifahren sah, war mir schon etwas traurig. Aber der Tag Ruhe und der komplette Ruhetag am Montag haben gut getan.

Fazit

Wiedereinstieg ins Training… kann sehr harmlos sein. Man kann sich aber auch direkt die Kante geben. Ich war mal wieder überrascht was sich Lukas ausgedacht hat, aber am Ende hat er mal wieder genau die richtige Zusammenstellung getroffen und mich in kürzester Zeit wieder wettbewerbsfähig bekommen.

Das harte Training hat aber auch meinen Ehrgeiz geweckt, den Willen zur Verbesserung. Die in der Intensität ansteigenden Intervalle sind eine große Herausforderung, tun sehr weh aber machen auch ultra viel Spaß.

Am Ende langte es im Juni gerade nicht für 1000km Fahrtleistung. Dafür beendete ich das erste halbe Jahr exakt mit 8000km auf der Uhr. Mit 48 Stunden saß ich im Juni auf dem Rad (24h in Finale Ligure, 24h in den 14 Tagen am Ende des Monats), akzeptabel für 17 Einheiten und zwei Wochen Beine hoch :)

#comebackstronger