Nach der Night on Bike ist vor dem Trainingslager und Vorbereitungszeit nicht unbedingt die schönste Zeit des Trainings. Die letzten beiden Wochen waren hart und trotzdem bin ich nur semi zufrieden.

Es ist noch lange nicht vorbei lautet das Motto meiner zweiten Saisonhälfte. Gleiches galt wohl auch in den letzten beiden Wochen, in denen ich mich sowohl auf Twitter als auch auf dem Blog bezgl. meines Trainings etwas zurückgehalten haben.

Es lief nicht so wie ich es mir gewünscht habe, nicht so wie es geplant war und am Ende stehen zwei Trainingswochen, die ich sehr differenziert betrachten muss.

Nach der Night on Bike ist vor dem Trainingslager

Zwischen der Night on Bike und dem letzten Trainingslager 2017 lagen genau fünf Tage zur Erholung.

Notgedrungen fünf Tage Erholung, denn ich habe bereits in der Vorwoche des Trainingslagers meinen Trainingsplan umstellen müssen. Die Müdigkeit saß so dermaßen tief in den Knochen, dass ich nach dem Reggie Ride am Dienstag tags darauf keine 3-4h im Sattel verbringen wollte und konnte. Die geplante Umfang Einheit sollte zwar im KB-G1 Bereich regenerativ orientiert sein aber nach 90 Minuten reichte es mir.

Und die für Donnerstag geplante Spitzenbereichs- und Tempointervalle Einheit habe ich auf Freitags verschoben.

Damit hatte ich dann von Montag bis Donnerstag vier sehr genügsame Tage und fühlte mich am Freitag auch wieder besser, gut genug für das Trainingslager. Allerdings war klar, dass ich direkt mit einem Vierer-Block (statt 3er Block) starten müsste, durch den belegten Freitag.

Neun Tage Trainingslager im Grenzbereich

Ich war schon mal motivierter, es lief schon mal besser und ich hatte auch ehrlich gesagt schon mal besseres Wetter. Letztendlich war ich auch schon mal ausgeruhter.

Nichtsdestotrotz begann ich das Training am Freitag entschlossen. Sechs SB-Sprints über 30 Sekunden und drei 15 Minuten Tempointervalle sind eigentlich keine besondere Herausforderung. Die erbrachte Leistung war auch ok, kein Sprung nach vorne aber auch kein Schritt zurück.

Am Samstag folgte dann dann dem Trainingsplan und begann mit einer 4-5h Umfangeinheit, Lukas riet mir zu einem mäßigen Tempo, wenn ich die Einheit von Donnerstag auf Freitag verlege. Mit 160 Watt über 4:15 (120km) kam ich der Empfehlung dankend nach. An dem Tag hörte ich auf die Regenschauer zu zählen. Der Gegenwind auf den ersten 60km war mindestens genauso unerträglich und meine Freude über das Training hielt sich ausnahmsweise in Grenzen.

Ich war wirklich extrem müde und hatte abgrundtiefen Heißhunger abwechselnd auf fettige Sachen wie Nüsse oder auf Kohlenhydrate wie Datteln oder Amaranth.

Am Sonntag standen 3 Kraftausdauerintervalle über je zehn Minuten an. Meine Schuhe waren vom Vortag nicht wirklich getrocknet und mit einer Kindergartenparty vor der Brust war das Training auch alles andere als unbelastet. Mit 250/250/244 Watt waren die Intervalle auch mies.

Der Heißhunger und die Müdigkeit hielten an und ich gab klein bei. Mit knapp 2kg Medjoul Datteln habe ich an dem Tag ordentlich gesündigt.

Am Montag hätte ich dann an der Sophienhöhe eine von zwei Schlüsseleinheiten des Trainingslagers fahren sollen. 2×12 an meiner FTP-Grenze und anschließend weitere 15-20 Minuten im Tempobereich. Mein Rad hatte ich ins Auto verladen und die Einheit auf Twitter angekündigt. Aber gefahren bin ich sie dann nicht, sondern auf der Couch weggesackt. Nahezu komatös verbrachte ich den Tag mit Nichtstun. Ausruhen, schlafen, chillen.

Comeback am Intervalldienstag

Und am Dienstag (eigentlich trainingsfrei) kam dann mein persönliches Comeback. Der in dieser Saison so erfreuliche Intervalldienstag startete – wie auch sonst in diesem Trainingslager – mit Regen!

Aber die beiden 12 Minuten Intervalle liefen – widererwarten – mit 291 Watt richtig stark. Stärker als erwartet, zugetraut hatte ich mir selbst maximal 275 Watt. Mit 240 Watt lag auch die Tempofahrt im Anschluß im oberen Leistungsbereich. Chaka!

Das schlechte Gewissen über den faulen Montag führte zu einer weiteren Fahrt am Dienstag Abend, unseren PKW brachte ich in die Werkstatt und fuhr mit dem Rennrad zurück.

Am Mittwoch holte ich mir meine extra Motivation durch die Einweihung des neuen Laufradsatzes für mein Rennrad. Nachdem ich mich dann eine Stunde mit dem Fahrgefühl vertraut gemacht habe und bereit war meine Intervalle im Tempobereich (3×15′) zu beginnen, sollte mich ein Defekt an der Weiterfahrt hindern. Ein 25min Fußmarsch brachte mich nach Hause und zum Ersatz Laufrad. Dann ging weiter und es lief ok. Relativieren kann man die schwächeren Leistung (220/220/220 Watt) darüber, dass das Training ohne Kohlenhydrate ausgeführt wurde.

Am Donnerstag gab es die zweite Schlüsseleinheit des Trainingslagers, kurz und knackig mit 15′ an meiner FTP Grenze und danach 2×10′ Tempobereich. Ich kratzte mit 299 Watt an der 300er Marke und bekam dadurch mächtig Auftrieb.

Die letzten beiden Einheiten (Freitag & Samstag) standen dann wiederum im Zeichen des Umfangtrainings. Oder auch nicht.

Am Freitag kämpfte ich zuerst gegen den Wind, um dann mit dem Wind meine K3-Intervalle über acht Minuten um 260 Watt abzuspulen und dann nach 3:20h das Training zufrieden zu beenden. Zur Belohnung gab es danach einen ausgiebigen Sauna Tag, immerhin war das Trainingslager fast zu Ende.

Kein gutes Ende des Trainingslagers

Ich freute mich noch auf die 6 Stunden am Samstag. Endlich wieder lang und weit im Sattel. Weil ich arbeiten musste stand der Wecker auf 5:30 und sowohl Hirse-Porrdige als auch Kaffee waren vorbereitet, um möglichst um 6:15 Uhr los zu kommen.

Aber ich kam nicht aus dem Bett. Zu erschöpft, denn dann fällt mir die Uhrzeit grundsätzlich schwer. Normalerweise werde ich an normal ausgeruhten Tagen auch von alleine um diese Zeit wach. So dauerte s bis 8:20 Uhr bis ich fertig war.

Das es draußen Bindfäden regnete machte die Sache nicht besser. Rolle war keine Option, außerdem wollte ich es wissen. Spaß machte diese Einheit nun wirklich nicht, denn es regnete die nächsten 2,5 Stunden pausenlos. Bereits nach 30min drehte ich das Training und zog es vor 15′ Tempointervalle zu fahren mit möglichst kurzen Pausen dazwischen. So blieb ich warm.

Fazit

Mit einem TSS von 1100 in 9 Tagen Training habe ich meine CTL Kurve wieder nach oben getrieben, gleichzeitig aber auch meine ATL in den roten Bereich gehievt. Mit zwei trainingsfreien Tagen kompensiere ich das Trainingslager.

11 bzw. 15 Stunden Training in den beiden Wochen nach einem 24 Stunden Rennen waren schon ein gutes Pensum (über 700km), jedoch hatte ich eigentlich etwas mehr von mir erwartet. Jetzt weiß ich, dass ich demnächst die Woche nach einem 24 Stunden Rennen wieder ganz rausnehmen werde, um dann wieder ausgeruht ans Werk zu gehen.

Die fehlende sechs Stunden Einheit von Samstag, die mehr dem Wetter als der Motivation zum Opfer fiel, werde ich wohl am Mittwoch nachholen. Eine für mich mental sehr wichtige Einheit. Ob ich dann am Samstag in Nordenau starte oder dafür lieber eine weitere 6-8h Einheit in der Eifel fahren werde, werde ich kurzfristig entscheiden.