Als #WM-Dritter meiner Altersklasse bei der 24h Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 in Finale Ligure ist die Saison für mich bereits nach der ersten Saisonhälfte ein voller Erfolg. Und wir als Team stecken mitten in den Planungen für 2018; Zeit ein paar Worte über meine zweite Saisonhälfte zu verlieren.

Spätestens mit der Weltmeisterschaft in Finale Ligure habe ich Blut geleckt. Dieses #Ultracycling ist meins und ich bin bereit zu leiden. Kopf aus, Beine an. Nach ausführlicher Analyse meiner Leistung bei der WM und einer neuen Zielsetzung für 2018 (bis 2022) habe ich in Rücksprache mit Lukas von STAPS und meinem Team die zweite Saisonhälfte geplant.

Ich will Weltmeister werden

Es ist kein Geheimnis mehr, ich möchte in den kommenden 5 Jahren Weltmeister in meiner Altersklasse bei der 24h Mountainbike Weltmeisterschaft werden. Mein Trainer Lukas traut mir dies nach Datenanalyse zu, mein Team steht hinter mir und wer mich kennt, der weiß, dass ich für meine Ziele einiges in Kauf nehmen kann.

Nun kann man nicht zu einer Weltmeisterschaft fahren und sagen „Ich werde Weltmeister in meiner Altersklasse“, denn in einem 24 Stunden Rennen entstehen Dynamiken, die man nicht planen kann. Ich werde es versuchen und habe mir dafür noch kein Rennen ausgesucht aber die Zeichen stehen gut, dass wir als Team bereits im Oktober 2018 bei der 24h Mountainbike Weltmeisterschaft in Fort William (Schottland), der Relentless24, einen ersten Versuch wagen.

2018 bestimmt die zweite Saisonhälfte ’17

Und was hat das jetzt mit der zweiten Saisonhälfte 2017 zu tun? Viel! Denn WM-Form im Oktober zu haben, bedeutet eine sehr sensible und vorausschauende Planung 2018 durchzuführen. Immerhin war ich im September 2016 bereits so müde, dass ich nicht einmal mental fähig war Gulbergen24-uurs zu Ende zu fahren.

Topform im Oktober muss man üben, deswegen haben wir möglichst viele Wettkämpfe in die zweite Saisonhälfte gepackt, um zu schauen wie mein Körper reagiert und um möglichst lange in diesem Jahr Belastungen zu haben. Das späte Saisonende (23.10) bedeutet dann auch, einen späteren Trainingsstart für die Saison 2018.

1-2-4-3 = 10 Rennen in drei Monaten

Es wird kein einfaches Programm und wahrscheinlich werde ich viel leiden und ordentlich auf dem Zahnfleisch gehen. Bereits nach der Night on Bike war keine Pause geplant, sondern 10 Tage Trainingslager.

Mit dem Kahlen Asten MTB Marathon kehre ich nach drei Jahren endlich wieder zurück nach Nordenau. Ein kleiner aber sehr feiner Mountainbike Marathon mitten im Sauerland. Ich mag das familiäre Flair, was dort herrscht und freue mich schon jetzt auf ein Langstrecken Rennen der besonderen Art.

Im Zwei Wochen Rhythmus geht es weiter. Gemeinsam mit Ansgar starte ich beim Sebamed Bike Day in Boppard, ebenfalls ein Klassiker im Rennkalender mit toller Strecke in der wundervollen Rheinlandschaft.

Am zweiten September Wochenende könnte es dann richtig deftig werden, wenn ich wirklich sowohl die Langstrecke des Vulkanbike Eifelmarathons als auch den P-Weg Ultra Marathon fahre. Letzterer ist gesetzt, die Teilnahme am Rennen in Daun entscheide ich kurzfristig.

Bereits eine Woche später gehts nach Hürtgenwald. Gemeinsam mit Neubetreuer Jan starte ich beim 4-Stunden Rennen in der Eifel als Vorbereitung auf den zweiten Saisonhöhepunkt nach der WM: Gulbergen24-uurs.

Gulbergen24-uurs oder ich muss den Flow finden!

Mein Solostart bei Gulbergen24-uurs (24/25.09) wird der zweite Saisonhöhepunkt nach der WM in Finale Ligure. Lange Zeit habe ich geschwankt, ob ich am 16.09 in München oder eine Woche später in Gulbergen mein zweites Soloprojekt 2017 angreifen will.

Für München sprach die mir besser liegende Strecke, die tolle Atmosphäre im Olympiastadion und die offene Rechnung mit dem Podium, in einem fast perfekten Rennen 2016.

Für Gulbergen spricht die gesamte Atmosphäre des Rennens. Partyzeltdurchfahrt, über die höchste Erhebung von Noord-Brabant, die verrückten Menschen vor Ort, der spätere Termin (im Hinblick auf den schottischen Herbst im Oktober 2018 und letztendlich auch der Preis und die Logistik. 80km statt 750km Anreise, ein halb so hohes Startgeld und eine mögliche Anreise am Wettkampf Tag ohne Reisestrapazen.

2016 scheiterte der zweite Versuch in Gulbergen aufgrund mentaler Probleme. Obwohl bestens platziert (Rang 7) brach ich das Rennen nach 16 Stunden ab, obwohl ich mich schon durch das gröbste der Nacht gekämpft hatte. Aus heutiger Sicht unvorstellbar, damals fand ich aber den Flow nicht.

Es ist noch nicht vorbei! Ich komme wieder und begleiche die Rechnung. Bisher habe ich für den Höhepunkt noch kein Ziel formuliert aber wenn ich schon auf Platz 7 liegend ausgeschieden bin und bei meinem Solodebut 2015 an gleicher Stelle als 11. knapp die Top10 verpasste, möchte ich mich natürlich verbessern.

Es ist noch nicht vorbei

Auch nach Gulbergen ist die Saison keinesfalls vorbei. Spannend wird der Langenberg Marathon eine Woche später. 80 oder sogar 120km stehen auf der Mittel- bzw. Langdistanz zur Auswahl. Abgesehen von regenerativen Einheiten wird keine großartige Vorbereitung erfolgen.

Danach freue ich mich auf ein legendäres Rennen. Das Hamburg-Berlin Zeitfahren eilt einem unnachahmlichen Ruf voraus. Mein erstes und einziges Rennrad Rennen der Saison über knapp 300km von West nach Ost. Mit etwas Glück begleitet mich auch nach Hamburg ein Teil der Gang, um selbst am Rennen teilzunehmen.

Zum Saisonabschluss möchte ich dann neu gefundene Freunde besuchen und an der Fischteichhölle 3.0 des MTB Eulenexpress teilnehmen.

Ultracycling oder das Leben im Grenzbereich

Verglichen mit der ersten Saisonhälfte ist das Programm extrem hart. Ein Brett. Es ist eben noch nicht vorbei, wie Egotronic in einem meiner Lieblingssongs sind.

Egal was uns auch betrübt,
es wird weitergehen heut‘ Nacht.
Ist der Kopf auch leer
und die Beine schwer
hast du guter (…).
Lass den Kopf nicht hängen,
dich von niemand dräng‘.
Wir sind noch wach,
es ist noch nicht vorbei! (Egotronic)

Ich bin mir darüber bewusst, dass das Programm herausfordernd ist. Aber genau diese Herausforderung suche ich, auch um bereits in diesem Jahr viele Erkenntnisse über meine Spätform zu erhalten.

Denn letztendlich stellen sich vor der 24h MTB WM in Fort William 2018 eine Menge weitere Fragen für die nächste Saison bezgl. der Vorbereitung. Wieviele Rennen? 2 Saisonhöhepunkte? 1 oder 2 Solostarts vor der WM? Etappenrennen?

Ich hoffe, dass ich im Oktober Klarheit habe und mir die vielen neuen Erfahrungen wichtige Erkenntnisse für die Planung der Saison 2018 liefern.

Wenn ich mich bei meinen Lieblingsrennen, dem P-Weg Marathon verbessere und 2-3 weitere Top10 Platzierungen in meiner Altersklasse erreiche dann war auch die zweite Saisonhälfte ein Erfolg. Zählen tut aber vor allem Gulbergen24-uurs sowohl als Erlebnis auch das Ergebnis.

Meine Rennen in der Übersicht

12.08 Kahler Asten MTB Marathon
27.08 Sebamed Bike Day
09.09 Vulkanbike Eifel Marathon
10.09 P-Weg Ultramarathon
16.09 Hürtgenwalder MTB-4-Stunden Rennen
24.09 Gulbergen24-uurs
01.10 Langenberg MTB Marathon
14.10 Hamburg-Berlin Zeitfahren
22.10 Fischteichhölle 3.0