Vor ein paar Tage habe ich euch auf Twitter gefragt, ob ich euch über meine Offseason berichte soll. Ihr habt mir eurerseits Interesse zurückgemeldet, sowohl was die Bedeutung der Offseason für mich betrifft als auch über deren Inhalte. Es wurde sogar ziemlich treffend gemunkelt.

Noch nie hatte ich ich mehr auf eine Off Season gefreut, als in dieser Saison. Seit dem ich wieder aktiv Leistungssport betreibe, habe ich noch nie länger pausiert. Ich habe sogar die drei Wochen Pause überzogen und bin erst gestern verspätet in das Wintertraining gestartet.

Meine Saison war lang, auch wenn ich anderen Jahren mehr Rennen gefahren bin. Sie war körperlich und mental sehr intensiv, die Fokussierung auf die Weltmeisterschaft hat im Vorfeld und Nachgang enorm viel Kraft gekostet. Aber es hat sich nicht nur wegen des dritten Platzes gelohnt.

24h MTB Weltmeisterschaft Finale Ligure

Nach der Weltmeisterschaft wurde es zäh und ich habe in der Planung bestimmt ein paar Fehler gemacht, wenn auch die Ergebnisse insgesamt auch danach zufrieden stimmen. Der Spannungsabfall im Hinblick auf meinen Fokus war aber allen Beteiligten im Team spürbar.

Kreuzzeitig stand das Saisonende mit Gulbergen24-uurs und Hamburg-Berlin in Gefahr, ich war schlichtweg ausgebrannt. Für die letzten Rennen konnte ich dann aber noch einmal alle Kräfte bündeln. Das wir wichtig für mich und ich konnte viel lernen.

Das verkorkste Rennen von Hamburg nach Berlin war dann irgendwie für das Ende dieser erfolgreichen Saison, meiner bisher erfolgreichsten Saison, unwürdig. Aber ändern konnte ich das nicht. Kurzzeitig hatte ich noch überlegt ein weiteres Rennen nur für den Erfolg zu bestreiten aber letztendlich siegte die Vernunft.

Mit Bauchschmerzen in die Offseason

Die Motivation für die letzten Rennen der Saison war zweifelsfrei auch die Offseason. Aber als sie dann da war, war der Frust in der ersten Woche größer. Aber zur Wochenmitte konnte ich mit HH-Berlin doch abschließen und so die Ruhephase in vollen Zügen anfangen zu genießen.

Ausschlafen, aufstehen, nichts tun. Neuland für mich und so versackte ich viele Tage einfach locker auf der Couch. Ich wurde zeitweise sogar zum Binge-Watcher, schließlich hatte ich viele Serien nachzuholen. Während der Saison sind es eben die kleinen Dinge, die fehlen. Wie soll man schließlich neben einem zeitintensiven Training und einer Vollzeitstelle auch noch Zeit haben, um in der Serienlandschaft aktuell zu bleiben, wenn man auch noch mit der Familie Zeit verbringen will.

Wie ihr sicherlich gemerkt habt, habe ich auch weniger Zeit online verbracht. Nicht weil ich kein Interesse an euren Geschichten hatte, sondern weil der Abstand vom Sport und Sportlern einfach gut tat.

Nach und nach wird sich das jetzt wieder ändern, mit dem Start ins Training kommt auch die Lust zum bloggen zurück. Die Lieblingsblogs haben auch eine Woche länger Pause bekommen, um meinem Bedürfnis nach Ruhe gerecht zu werden. Es wäre eine halbherzige Ausgabe geworden und bevor ich halbherzig agiere, schreibe ich gar nicht.

Off Season: Eat, sleep, repeat

Christian hatte den passenden Tweet parat, um die Essenz meiner Offseason in (damals noch) 140 Zeichen zu fassen:

+3,5kg in 3,5 Wochen spricht für sich. Ich habe hemmungslos das gegessen, was ich wollte. Aber es gab auch fernab des Sports tolle Momente, die meine These über den Wind stützen: Wind ist grandios, immer:

Drachen steigen lassen in der Off Season

Denn ohne Wind kann man auch keinen Drachen steigen lassen. Spaziergänge und zwei Läufe waren die einzigen Aktivitäten in den vergangenen 3,5 Wochen, die mich körperlich geringfügig gefordert haben.

Die Notwendigkeit der Offseason

Grundsätzlich findet man in der Sportliteratur genügend Studien, die die Notwendigkeit der Offseason begründen. In den vergangenen Jahren war die Off Season bei mir aber auch deutlich kürzer und ich habe trotzdem die ein oder andere Radtour unternommen.

Off Season heißt nicht zwangsläufig Sportpause, stattdessen genügt auch die Reduzierung des Trainingsstresses. Sowohl was die Zielsetzung der Reize angeht als auch für das Bewusstsein. Gegen eine lockere Tour spricht gar nichts.

Egal wie viel man trainiert oder nicht, eine kürzere Phase der Entspannung und Reduzierung des Fokus ist für jeden wichtig. Nicht nur für euren Körper, sondern auch für die Seele. Die Energietanks werden neu aufgeladen und ihr seid bereit neue Ziele anzunehmen und diese umzusetzen!

In diesem Jahr war die lange Pause für mich unumgänglich und während ich am Montag noch ideenlos für die Saison 2018 war und keinerlei Motivation für Radfahren aufbringen konnte, sprudeln die Ideen bereits wieder und die Lust auf Training ist auch zurück.