Ich darf mich gar nicht beklagen, die Saison 2017 verlief was Ausfälle betrifft grundsätzlich sehr positiv. Abgesehen von kleineren Erkältungen und dem Schleudertrauma Ende Mai kam ich ziemlich verletzungsfrei durch die Saison. Bis gestern.

Zugegeben, dass Schleudertrauma Ende Mai war in seiner Tragweite wesentlich schlimmer mental zu verkraften. 9 Tage vor der 24h Mountainbike Weltmeisterschaft standen auf einmal über 150 Tage Vorbereitung auf der Kippe. Nur Dank absoluter Schonung und einem beherzten Einsatz von meinem Physiotherapeuten war mir die Teilnahme bei der Weltmeisterschaft möglich. Sowas vergisst man immer so schnell.

Nichtsdestotrotz waren die Nachwehen von Schleudertrauma und Prellungen der HWS schnell verarbeitet und meine Ausfallzeit war sehr gering. Anders als jetzt, denn mit dem Riss der Strecksehne ist meine Saison endgültig vorbei.

Verletzung verhindert abenteuerliche Events

Jetzt kann man über einen günstigen Zeitpunkt von langwierigen aber nicht extrem einschränkenden Verletzungen diskutieren, sicherlich spricht vieles dafür, dass ich die “beste” Jahreszeit dafür erwischt habe.

Mit der abgerissenen Strecksehne ist jedenfalls für die nächsten 8-12 Wochen kein Outdoor Training möglich. Der geschiente Finger ist nicht belastbar und das Risiko für eine dauerhafte, kosmetische Schädigung zu groß. Statt epischem BOTReyCat eben monotones Rollentraining. Statt die Jungs und Mädels aus der Gang bei der CTF Groenlo zu treffen, eben Rollentraining. Statt Fahrtechnik Skills Verbesserung, Rollentraining. Verstanden, ne?

Was sich so lapidar und lustig anhört, ist für mich trotzdem der mega Gau! Statt wöchentliche Nightrides und eine längere Outdoorgeländefahrt, muss ich komplett auf die Rolle ausweichen und damit zumindest selbstgesteckte Ziele frühzeitig aufgeben.

Besonders schmerzhaft ist die Absage des BOTReyCats am kommenden Samstag: Eine Ultraausdauersportlertreffen auf dem Signal de Botrange. Eine Fahrt zu sechs Highlights in den Ardennen und im hohen Venn, gekoppelt mit drei Anstiegen hinauf zum höchsten Punkt Belgiens. Klingt episch, wird es auch. Nur ohne mich.

Keine Heldengeschichte – nur Sport

Ich kann euch nicht einmal eine Heldengeschichte zur Verletzung präsentieren. Beim morgendlichen Stabilitätstraining habe ich bei einer Beinbizeps Übung am Kasten meine Hände im Becken abgestützt und dabei ist versehentlich der kleine Finger in der Hosentasche hängen geblieben. Beim Start der Bewegung bin ich mit der Hand weggerutscht und der kleine Finger bzw. die obere Kuppe ist eben hängen geblieben. Ein Knall, ein Schmerz und aus die Maus.

Glücklicherweise habe ich mit meinem Tape alles richtig gemacht und den Heilungsprozess direkt unterstützt, so dass die Sehne nicht unnötigerweise noch weiter gestreckt wurde.

Die Strecksehne hält den Finger gerade, während eine gerissene Strecksehne dazu führt, dass der Finger bzw. die Kuppe nach unten hängt. Auf den Bildern konnte ich das nur sehr schwer festhalten, auf dem rechten Röntgenbild sieht man das ganz gut. Ich selbst kann den Finger nicht mehr gerade ausstrecken, der Zug auf den Knochen fehlt.

Die konservative Therapie erfolgt über eine Stack’sche Schiene. Damit wird der Finger ruhig gestellt und die Sehnenenden können sich vernarben.