Nach 10 Tagen Trainingslager in den Wochen 28 und 29 mit sehr hohen Umfängen folgte vor dem Canyon Rhein Hunsrück MTB Marathon eine Woche zum erholen.

mein_trainingstagebuch

Erholung gab es durch die verringerte Anzahl an Trainingsstunden, während die Häufigkeit des Trainings sich nicht änderte. Nicht aus dem Rhtymus kommen ist für mich genauso wichtig wie genügend Zeit zum regenerieren.

Nicht weniger aber kürzer trainieren

Nach einem freien Montag, den ich mir nach 25h und 15 aneinanderfolgenden Trainingstagen auch verdient hatte, bestand die Woche aus einem normalen Dreier Block und einem kurzen Tapering vor dem Wettkampf am Sonntag, dessen Priorität mit „B“ gekennzeichnet und damit in der Vorbereitung etwas Rücksicht gefragt war.

Im dreier Block von Dienstag bis Donnerstag gab es einen Mix aus regenerativen und wettkampfspezifischen Elementen. Am Dienstag rollte ich die Beine locker, um mir am Mittwoch gemeinsam mit Ansgar an der Sophienhöhe die Kante zu geben.

In der kurzen und schmerzvollen Intervalleinheit stachelten wir uns gegenseitig zu Bestleistungen an, etwas demütigend das ich Ansgar ohne richtige Radschuhe (die hatte er zu Hause vergessen) in den ersten beiden Intervallen nicht mehr abschütteln konnte.

Ansgar ist auch in Turnschuhen nicht zu toppen

Ansgar ging locker flockig die 330 Watt – auch in Turnschuhen – locker mit. Im letzten Intervall habe ich meinen Rhtymus nicht gefunden und eine Schwachstelle gefunden. Während die 300+ Watt mit einer Trittfrequenz über 85 auf dem kleinen Kettenblatt umsetzbar waren, konnte ich auf dem großen Blatt und mit mehr Kraftintensität (Trittfrequenz unter 75) nicht annähernd meine Leistung abrufen.

Zu meiner Verteidigung musste ich sagen, dass ich die harte Trainibgswoche noch gut in den Beinen spürte. Nichtsdestotrotz wird man nicht gerne vom Trainingspartner in Turnschuhen versägt :D

Nach 1:40 war der Spuk zu Ende, die 700hm im Sack und Ansgar und ich fertig.

Splitday am Donnerstag

Am Donnerstag folgte ein Splitday. Zuerst bearbeitete ich mit Throsten meinen Oberkörper mit einem Mix aus Kettlebell und Stabilisationstraining, anschließend ging es noch einmal mit dem Rad über die Hometrails.

Auf eine dynamische Kettlebell Übung folgte immer eine statische Stabilisationsübung, insbesondere bei letzteren durfte ich mich über Fortschritte freuen. Gerade die seitlichen Unterarmstützen liefen hervorragend, im Oktober war mir diese Hakteposition nur für einen Bruchteil einer Sekunde möglich, jetzt habe ich 60 Sekunden ausgehalten.

Vorbereitungsroutine trotz fehlender Rennroutine

Am Freitag begann die Vorbereitung auf den Canyon Rhein Hunsrück MTB Marathon. Mein Racebike bekam neue Schluppen, wurde geputzt und gepflegt. Ansonsten gab es einen regenerativen Spaziergang, Ruhe auf dem Balkon und den ersten von zwei sehr unterhaltsamen Giro d’Italia Schlussetappen.

Genügend Erfahrung habe ich, um trotz fehlender Rennroutine 2016 zumindest die Vorbereitung entspannt und strukturiert anzugehen.

Am Samstag dann das übliche mit Vorbelastung, Auto packen und Carboloading und der raceday am Sonntag. Das Ergebnis ist bekannt, einen Bericht über den Marathon gibt es Mittwoch oder Donnerstag.

Die Vorbelastung war im übrigen in der Auswertung sehr interessant. An meinem kurzen all-in Straßenanstieg war ich mit 1:50h ungefähr 15 Sekunden hinter meinem PR, den ich mit dem Rennrad gefahren bin. Der Unterschied in der Wattzahl betrug zu vernachlässigende 3 Watt, so dass man gut den Unterschied zwischen MTB/RR im gleichen Anstieg sehen kann. Im steilen Stück auf den ersten 800m war ich sogar mit dem MTB 5 Watt besser,mitwill ich 11 Sekunden langsamer war.

Fazit

12:30 Trainingszeit (inkl. Rennen) mit 200km und 3200hm aufgeteilt in 5 Radeinheiten und einem Krafttraining. Damit war der Mai mit 38 Einheiten und insgesamt 68 Stunden Training, 2 Rennen, 1250km auf dem Rad (größtenteils MTB-Kilometer) mein bisher bester Monat in diesem Jahr.

Meine Fitnesskurve geht steil bergauf und ich nähere mich langsam meiner Form von Mitte 2015. Das lässt auf den nächsten Monat hoffen, der im Hinblick auf das Saisonhighlight 24h MTB Race Olmypiapark München entscheidend wird.

Ebenso beeindruckend ist die Tatsache, dass mein Maximalpuls von 178 auf 186 gestiegen ist und damit einen Wert erreicht hat, den ich zuletzt 2014 erreicht habe.

Abgesehen von meinem stagnierenden Gewicht (bei weiter abnehmenden Bauchumfang) bin ich gerade sehr optimistisch gestimmt, was die nächsten 6 Wochen angeht.