Die wembo 24hr Solo Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 ist Geschichte und ich habe mit dem dritten Platz in meiner Altersklasse persönliche Sportgeschichte geschrieben. Ihr durftet vor dem Rennen bei meinem WM-Tagebuch, während des Rennens im Liveticker und nach dem Rennen in meinem ausführlichen Rennbericht die Weltmeisterschaft hautnah miterleben. Was für euch wie eine wahre Meisterleistung eines Einzelnen anmutet ist in Wahrheit eine fabelhafte Teamleistung, ohne diese kleinen Rädchen wäre der Erfolg niemals möglich gewesen. Und das ist meine persönliche Danksagung an die Coffeechains Gang!

Was war das für ein unglaubliches Rennen. Direkt danach sind alle Emotionen in mir zusammen gefallen. Das Gefühl werde ich so schnell nicht mehr vergessen, wie eine Gänsehaut der nächsten jagte und ich einfach nur das Gefühl des Erfolgs genossen haben.

Emotionen, Emotionen, Emotionen. Bei diesem Bild kommen mir heute noch immer die Freudentränen.

Aber ich habe diesen Erfolg nicht alleine eingefahren. Es war mein Team, dass mir den Weg geebnet hat. Nicht nur das Team vor Ort, um Team Manager Ansgar, Maren, Chrissie, Johannes und meine beide wertvollsten Schätze Hasi und Basi, sondern auch Tina, Sandra, mein Vater sowie Physiotherapeut Jarmo, Fitnesstrainer Torsten und Radcoach Lukas sind wichtige Säulen des Erfolgs. Genauso wie Sponsoren GripGrab, Sponser und die MTB Fahrtechnik Schule Mac Hartmann. Aber der Reihe nach.

Danke Lukas, Jarmo und Thorsten

Lukas traf ich im Dezember 2016 kurzentschlossen, nachdem ich zuerst mein Training selbst in die Hand nehmen wollte aber ziemlich schnell eine methodischen Grenzen erfahren habe. Nach zwei jähriger Stagnation habe ich mir durch eine neue Partnerschaft einen Trainingsschub erhofft.

Ich glaube Lukas war im Dezember nicht allzu hoffnungsvoll was die Weltmeisterschaft anging, denn meine Form war desolat. Wohl auch, weil rückwirkend betrachtet, meine große Schwäche in den vergangenen Jahren zu wenig trainiert wurde. Lukas stellte mein Training auf den Kopf und ich setzte mit Freude die neuen Ziele um. Zuweilen war das Trainingsprogramm bestimmt nicht einfach, aber Lukas fand einen guten Spagat aus gezieltem Schwächetraining und mir spaßbringenden VLaMax Einheiten.

In dem halben Jahr haben wir uns auch immer besser kennengelernt und die letzten Wochen vor der WM waren durch Zuversicht geprägt. Ich bin froh, dass ich mit STAPS im Allgemeinen und Lukas im Besonderen eine perfekte Trainingsbetreuung gefunden habe.

Lukas hat mir eine andere Sicht auf mein Training gezeigt und insbesondere das Zusammenspiel von Training, Belastung und Ernährung neu interpretiert. Zudem konnte er positiven Einfluss auf mein Selbstvertrauen nehmen und führte ich so nicht nur zu einem neuen Vo2Max Bestwert, sondern auch aufs Podium der Weltmeisterschaft!

Jarmo und Thorsten sind nicht minderwichtig. Während mir Jarmo regelmäßig die Problemzone Becken behandelt und nahezu wöchentlich die rechte Beckenseite einrenkt, sorgte Torsten für ordentlich Kraftzuwachs im letzten halben Jahr und ordentlich Stabilität im Rücken und Beckenbereich. Besonders das Abschlusstraining gab mir noch einmal einen Schub, der wichtig für das erfolgreiche Abschneiden bei der WM war!

Insbesondere durch die fast täglichen Termine bei Jarmo, nach dem Sturz in Willingen, verdanke ich überhaupt die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Besonders schön ist es, dass die Schmerzen bei Jarmo größer waren als die, die ich bei der Weltmeisterschaft erlitten habe!

Ansgar, der eigentliche Garant für den Erfolg

Ihr alle habt Ansgars Rolle im Hinblick auf meine Motivationsfähigkeit, Trainingsleistung und Engagement glaube ich nie in ihrer Ganzheit bemerkt. Ansgar ist kein Mann der lauten Töne, ordnet sich gerne dem Team und Vorhaben unter aber ist mit einem Engagement bei der Sache, dass bei mir einfach unendliche Dankbarkeit ausgelöst hat.

Während der WM-Vorbereitung hatte ich selten Motivationsprobleme, seit dem 07. Februar eigentlich gar keine mehr. Und das ist Ansgar zu verdanken. Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass der 37. Tag meiner WM-Vorbereitung der wohl entschiedenste für den Erfolg in Finale Ligure war.

Ansgar hatte an diesem besagten Dienstag mich an einem Punkt berührt, der mich die nächsten 113 Tage im Training einfach beflügeln sollte. Es war der erste Tag an dem ich wirklich keinerlei Lust verspürte mein Training umzusetzen. Ich war müde, genervt und hatte kein Bock. Im Austausch mit Ansgar versuchte dieser mich zu motivieren, was eine Kunst für sich darstellt, wenn ich erst einmal zur Diva gewandelt bin.

Zu allem Überfluss war der Schaltzug meines Rennrads gerissen, als ich das Training auf der Rolle beginnen wollte. Und mit 53/30 war kein Training denkbar. Und dann kam der entscheidende Moment, Ansgar bot sofort an zu kommen (immerhin 30min Autofahrt), um den defekt zu beheben, damit ich trainieren kann.

Ich war tief berührt, denn Ansgar war bereit alles mögliche für unser Ziel zu unternehmen. Meine Reaktion veränderte mein gesamtes, fortlaufendes Training. Ich zog mich an und trainierte eine ziemlich herausfordernde EB-Intervalleinheit im strömenden Regen mit eisigem Wind und war danach ein neuer Mensch.

Trainieren für dieses eine große Ziel am 02. Juni diesen Jahres, wo ich nicht nur für mich Solo fahre, sondern für mein Team! Alle bringen Opfer, da gibt es kein #mimimi wegen Regen, zu kalt, Rolle kaputt oder was auch immer! (Daniel Lambertz, 07.02.2017)

Ich glaube an diesem 07.02 sind wir noch enger zusammen gerückt. Unvergessen bleiben aber auch diverse Trainingseinheiten, die Ansgar begleitet hat.

Und in Finale Ligure war Ansgar meine zweite Hand. Er kümmerte sich perfekt um meine Belange, war für alles Feuer und Flamme und pushte mich letztendlich in jeder Runde aufs Neue.

Das er vor der WM die Räder perfekt vorbereitet hat, während des Rennens für alles eine Lösung hatte und auch sonst alle wichtigen Rädchen im Auge behalten hat ist ein großer Verdienst.

Ich könnte noch einen ganzen Roman darüber schreiben, wie sehr Ansgar immer geholfen hat. Aber die Coffeechains Gang ist mehr als nur Ansgar. Aber Ansgar hat seine Rolle als Team Manager perfekt angenommen!

Ohne Ansgar kein Podium. Für mich ganz klar. Danke <3

Chrissie, Johannes und die Komplexität der Ernährungslisten

So ein glutenfreier Veganer ist kompliziert. Erst Recht, wenn Coach Lukas detaillierte Ernährungsvorgaben umgesetzt haben will. Eigentlich bedarf es für die Ausführung der Verpflegung des Fahrers eine Ausbildung zum Ernährungsberater.

Aber wir haben Chrissie in der Gang! Ohne jemals zuvor eine Gel-Tüte in der Hand gehalten zu haben oder ohne Kenntnisse der genauen Inhaltsstoffe jonglierte sie mit Sponser Liquid Energy, BCAA, Pea Protein, diversen Riegeln und Flüssignahrung als wäre es das Einfachste auf der Welt.

In der Teambesprechung schaffte es Ansgar meine Vorstellung von Verpflegung soweit runter zu brechen, dass Chrissie das Konzept verstanden hat. Letztendlich geht es für die Betreuer um die Makronährstoffe Kohlenhydrate und Proteine, da ich im Rennen eigentlich mehr lowFat unterwegs bin :D

Chrissie war perfekt vorbereitet und letztendlich scheiterte das ausgeklügelte Konzept daran, dass der Mann auf dem Rad nicht soviel trinken konnte, wie die Schwester wollte, weil der Bruder das vor dem Rennen so gesagt hat :-)

Johannes, der vor den Rennen extrem neugierig war, zeigte sich während des Rennens hochkonzentriert und verlinkte sich mit meinem Gehirn und stand – in den wenigen Pausen – ständig mit den richtigen Lebensmitteln auf einem Tablet neben mir. Habt ihr schon mal minutenlang Kilos von Wassermelonen mit gestreckten Arm gehalten? Ich nicht, aber ich weiß wie sich das anfühlt, waren die unkontrollierten Muskelzuckungen bei Thorsten im Training immer Anzeichen für eine drohende Ausbelastung.

Außerdem zeigte sich Johannes das ein oder andere Mal als guter Sprinter, rannte er bei verpassten Übergaben (waren es 2 oder doch nur eine?) hinter mir her. Ansonsten war Johannes der Mann fürs Wasser. Eine Freude in jeder Runde für mich, endlich Abkühlung.

Ihr beiden seid ganz spontan ins Team mit dazu gestoßen und hattet mit Radsport gar nichts am Hut. Und spätestens seit der Siegerehrung weiß ich, dass meine Leistung sogar meine Schwester extrem besprüht hat :D DANKE, dass ihr bei dem Abenteuer dabei wart. Danke auch für die Tage davor und für die Rücksichtnahme, dass (leider) nicht alles so klappte wie gedacht und trotzdem alles funktionierte wie es sollte.

Und Johannes, der Mann der Liegestützen, hat natürlich eine Radfahrt auf dem Mountainbike gut. Wir werden in diesem Sommer davon berichten!

1000 Leute verfolgen das Geschehen Dank Maren und dem Liveblog

Noch Platz im Auto und gute Laune kann man immer gebrauchen. Während ich mit Maren hinter den Kulissen über ein Engagement in der Coffeechains Blog Gang verhandelte, reifte auch die Idee eine rheinische Frohnatur mit nach Italien zu nehmen.

Die richtige Entscheidung wie ich spätestens seit Willingen wusste. Maren sorgte für gute Laune, war immer ansprechbar, hilfsbereit und für die Ruhe vor dem Rennen zu haben.

Während des Rennens sorgte Maren dafür, dass wir über 1000 begeisterte LeserInnen mit mehr oder wenigen brandaktuellen Informationen versorgen konnten. keine leichte Arbeit, immerhin musste sie ständig zwischen Coffeechains Team Area und Mediaroom hin und her wandern.

Wer den Media Kram verwaltet, fehlt leider meistens auf den Action Fotos.

Ich bin mir nicht sicher, aber ich habe den Verdacht Maren könnte hinter dem perfiden Plan gesteckt haben, dass man mir nachts eine Falle stellte und alle Stühle versperrte, dass ich ja nicht pausieren kann und weiterfahre, weil der vierte Platz nur 20min hinter mir unterwegs war.

Leider führen meine Rechercheergebnisse nicht zur Klarheit. So oder so ich bin Maren sehr dankbar, dass sie mitgekommen ist. Maren war auch die einzige, die Regel Nummer 1 brechen durfte: Don’t touch the Champ.

Mit ganz viel Liebe, Vertrauen und Verständnis. Meine Hasis

Ein Bild sagt meistens mehr als tausend Worte. Wie immer sind die Hasis da und schauen zu ohne sich in den Prozess einzumischen. Für mich mental so wichtig, sie kurz zu sehen. Der kurze Austausch, zwei Sätze und ein Winken und die Zeit nach dem Rennen dann genießen.

Aber meine beiden Hasis bin ich auch über das WM-Rennen hinaus dankbar. Fulltime Job und WM-Vorbereitung verschlingen eine Menge Zeit, ohne das Verständnis und gegenseitige Vertrauten wäre dieses Vorhaben niemals zu bewerkstelligen gewesen. Es ist nicht immer einfach und leider waren hin und wieder Abstriche notwendig.

Don’t forget your roots: Danke Sandra, Tina und Papa

Nicht mehr dabei aber trotzdem unvergessen. Danke Tina und Papa, dass ihr bei meiner Premiere in Gulbergen 2015 den Grundstein für das gelegt habt, was ich jetzt erreicht habe. Danke Sandra für deine kurzfristige Begleitung 2016 in München und später in Gulbergen.

Coffeechains Gang, München 2016

Bereits damals seid ihr für die erfolgreiche Premiere und den knapp verpassten Podestplatz in München mitverantwortlich gewesen und habt mich angefeixt auf der Ultralangdistanz weiter anzugreifen.

Danke für das Vertrauen an Sponser, GripGrab und Mac Hartmann

Sponser, GripGran und Mac Hartmann gehört genauso der Dank. Mit dem Sponser Competition Ultra habe ich das neue Getränk der Schweizer mit nach Italien nehmen dürfen. Auf Maisstärke Basis für ultralange Distanzen entwickelt schmeckt der Drink weniger süß und kann bis zu 80gr Kohlenhydrate pro Liter liefern. Gemeinsam mit den Sponser Liquid Energy und Liquid Energy BCAA Gels bestand der Großteil meiner Wettkampfnahrung von unserem Co-Sponsor.

Die GripGrab Sacks sorgen für ein angenehmes Fußklima und weniger Reibung im Schuh auch über 24 Stunden. Mit dem GripGrab Racing und Vertical hatte ich zwei Langfinger Handschuhe im Einsatz, die nicht umsonst Eurobike Award 2016 Prämien eingefahren haben.

Bereits 2016 fuhr ich mit dem GripGrab Racing Vorgänger Modell meine 24h Rennen und im Vergleich zu München haben sich die Blasen an den Handinnenflächen reduziert, obwohl der Kurs um einiges fordernder war als das 24h Race München.

Denis, dir gehört ganz besonderer Dank! Das Podium in Finale Ligure habe ich auch aufgrund meiner starken Downhill Performance erreicht. Das ich für meine Verhältnisse richtig schnell die Trails herunter gefahren bin, habe ich dir und deinem individuellen Kurs zu verdanken. Ich war wesentlich gelassener, meine Haltung effizienter und die Kontrolle des Rads besser als vor deinem Fahrtechnik Training.

You are not solo

Nein, ich möchte keine Leistung nicht klein reden. Ich kann eine Leistung gut einordnen und alleine die Müdigkeit zwei Wochen später zeigt mir, wie sehr ich an meine Belastungsgrenze gegangen bin,

Aber um eine perfekte Leistung am Tag X abrufen zu können, bedarf es eben mehr als nur einen trainierten Fahrer. Man braucht ein Team vor, während und nach dem Rennen.

Und wenn ich euch sage, dass wir nach der WM alle zu müde waren für eine Feier, dann zeigt das ebenso wie hoch die Anspannung im Team war. Wie sehr jedeR alles für den Erfolg gegeben hat und wie anstrengend „nur“ die Betreuung eines Fahrers während eines 24h Rennens sein kann.

Danke. Danke. Danke.