Zugegeben, die Überschrift dieses Artikels ist etwas irreführend. Denn eigentlich geht es in diesem Artikel um mehr als nur die Ardennen. Ein bisschen Rureifel, ein wenig hohes Venn und um eine Mischung aus Mountainbike Touren und Etappenrennen. Saisonplanung 2017, Trainingsideen 2016 und immer wieder Belgien. Belgien, Belgien.

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Belgien ist das Radsportmekka. Nirgendwo kochen die Emotionen höher, wenn es um Radsport geht. Die belgischen Frühjahrsklassiker sind legendär, die Atmosphäre einzigartig. Häufig wird dabei aber vergessen, dass die Belgier genauso verrückt im Winter ihre Cyclocross Helden anfeuern, die nationalen Eliterennen werden sogar live im Fernsehen ausgestrahlt. Und auch der Mountainbike Sport wird populärer, dies ist mir vor allem durch die diesjährige BeMC (Belgian Mountainbike Challenge) Berichterstattung aufgefallen. Vielleicht war das schon immer so, aber mir ist das neu.

BeMC in La Roche-en-Ardenne

Das dreitägige Etappenrennen von La Roche-en-Ardenne durch die Ardennen (1. 67km, 2200hm / 2. 95km, 2350hm / 3. 100km, 3100hm) erfährt nicht nur medial viel Aufmerksamkeit (u.a. Videohighlights, Interviews und Zwischenstände auf der Facebook Seite), sondern kann auch landschaftlich mit seinen Weitblicken und vom Anspruch her (Streckenlängen und Schwierigkeit) mit den Klassikern in den Alpen mithalten. Vorgemerkt für 2017, und den BeMC Marathon (100km, 2850hm) am 08. August darf man sich bereits für dieses Jahr vormerken.

Von Jean-Pol GRANDMONT - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12194620

Von Jean-Pol GRANDMONT – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12194620

Nicht erst seit meinen eigenen Erfahrungen mit der Ronde van Vlaanderen 2014 und 2015 ist Belgien für mich als Radsportler ein interessantes Pflaster. Die 6h von Grembergen haben dies vor ein paar Wochen nochmal bestätigt, allerdings fehlt es in Flandern an Steigungen ganz anders als in den Ardennen.

Und weil ich gerade für meine #mtb24hrs Vorbereitung lange Strecken Suche und natürlich schon Ardennen Luft schnuppern möchte, habe ich mich etwas umgesehen und dabei den Vennbahnradweg ins Auge gefasst. Wobei der Ruruferradweg nicht weniger interessant ist.

Vennbahnradweg

Der Vennbahnradweg führt auf der alten Bahntrasse von Aachen Rothe Erde durch das hohe Venn nach Sankt With in Belgien. Von dort sind die Ardennen nicht mehr weit.Ein idealer Ausgangspunkt, um dann am zweiten Tag die Ardennen zu erkunden.

Ist der Vennbahnradweg zu empfehlen? Kennt den wer? Ich habe mit die Basics recherchiert, ab Aachen steigt der Vennbahnradweg bis Bonschau von 180m langsam auf 550m. Danach verläuft er wellig bis zum Ende. Mit knapp 90km kann ich den Vennbahnradweg gar von zu Hause starten und komme dann auf ca. 140km.

Ich überlege ja ernsthaft bereits in der kommenden Woche das Unterfangen hinter mich zu bringen. :D

Ruruferradweg

Eine weitere Alternative, die ich schon länger im Hinterkopf habe, ist der RurUfer-Radweg, der von seiner Quelle m hohen Venn bei Signal de Botrange in Belgien durch die Eifel bis nach Roermond verläuft und auch entgegengesetzt beschildert ist.

Ich würde den RurUfer-Radweg ab Linnich folgen und mir die ersten Kilometer von Roermond sparen. Zu Beginn verläuft der Weg flach bis Kreuzau und wird dann ab dem Rursee an Höhe aufnehmen bis man schließlich in Signal de Botrange den höchsten Punkt Belgiens (694m) nach knapp 160km erreicht hat. Klingt ebenfalls nach einer super Herausforderung.

Fazit

Beide Radwege schüren mein Interesse und beide Zielorte sind in etwa gleich weit weg von Malmedy, dem Herzen der Ardennen. Beide Touren versprechen eine epische Herausforderung, die nach langer Krankheit im April genau das richtige Mittel für das Ende einer perfekten Trainingslager @ home Woche wäre.

Ich grübel noch ein bißchen weiter und fahre dann am Freitag los.